Goatfarm Tobago

Goatfarm Tobago
Ziegen im Freilauf

Samstag, 21. Januar 2012

dies und das, Leben in den Tropen ....

Fuer mich war von jeher ein Aufenthalt in den Tropen ein Traum. Der Inbegriff eines vollkommenen Lebens. Immer Wearme, viel Sonnenschein, atemberaubende Naturschoenheiten und vieles mehr.

Fuer viele bedeuten die Tropen nur Sonne, Strand und Meer.   Bilder wie dieses von Pigeon Point Tobago verursacht Fernweh und laesst viele Menschen in kalten, dunklen Jahreszeiten den naechsten Urlaub in der Waerme planen. Mich hat es nie interessiert Ferien im Schnee zu machen. Die Karibik hatte es mir angetan.
Allerdings habe ich mir schnell die Strandbesuche abgewoehnen muessen. Warum ist  hinreichlich bekannt. Ich vermisse sie auch nicht. Mich kann ein Panoramablick wie der auf dem naechsten Foto viel mehr begeistern.

Wie gerne wuerde ich einmal wandern. Keine Gewalttouren natuerlich, einfach mal irgenwo hinfahren etwas spazieren gehen und mir die schoene Natur anschauen.

Vor meiner Auswanderung haben einige Freunde behauptet mir wuerden die wechselnden Jahreszeiten fehlen.
Eigentlich vermisse ich nur den Fruehling. Die Winter waren fuer mich  immer unangenehm. Morgens im dunkeln aufstehen, bibbernd trotz Heizung im Haus, sich fertig machen und die Fahrt zur Arbeit im kalten Auto antreten. Das muss ich alles nicht mehr haben. Spaziergaenge im Schnee konnten wir sowieso fast nie machen.

Mit diesem Bericht will ich heute aber einiges aufzeigen was man vor einer Auswanderung sicher nicht bedenkt. Wie immer hat jedes Positive auch seine negativen Seiten und umgekehrt.

Schon sehr oft habe ich erlebt das Besucher erschreckt waren von den lieben Mitbewohnern die sich in jedem Haus in den Tropen einfinden. Einmal sind sie sogar sofort abgereist wegen solch einem Haustier.

Dabei sieht der kleine Hausgecko doch noch ganz niedlich aus. Er ist auch noch klein, aber lass ihn mal groesser werden. Richtige Schmutzfinke sind das, vor allem wenn sie sich ungehindert vermehren koennen.
Meine Katzen verhindern das natuerlich. Nichts ist schoener fuer sie als sich auf Lizard Jagd zu begeben.
Etwas schlimmer wird es dann wenn die Kakerlaken in Riesenausfuehrung auftreten.
Kockroach
Alles ist uebrigens in den Tropen viel groesser und bunter auch die Schaedlinge.
Besagte Kakerlaken dick und fett mit Fluegeln hart wie  Eierschalen fliegen im Dunkeln schon mal ins Haus. Die Verandatueren meines Hauses sind  Tag und Nacht offen. Leider wuerden diese dann gerne als Kriechtiere im Haus verweilen und das fuehrt zu grossem Geschrei falls ich Besucher habe.
Die kleinen Kakerlaken nennt man hier uebrigens "German Kockroach", was mich doch etwas verwundert hat als ich dies hoerte.
Auch Fledermaeuse verirren sich schon mal, bleiben aber nicht.
Von der Mosquitoplage, meist in der Regenzeit muss ich sicher nicht berichten. Gott sei Dank gewoehnt man sich nach einiger Zeit an diese oder die Mosquitos an uns, man wird nicht mehr so attackiert. Frisches Blut der Gaeste ist dann schon mehr gefragt. Trotz allem schlafe ich nach Jahren noch immer unter einem Netz denn die Dengue mosquito (Aedes aegypti ) macht auch nicht vor uns Langzeittouristen halt.

Tarantel
Nun zum schlimmsten Schreckgespenst der meist weiblichen Besucher, den Spinnen.
Ein sehr schoenes haariges Exemplar ist auf dem Foto zu sehen.
Jahrelang habe ich sie nicht mehr im Haus gehabt oder ich habe sie wegen meiner hohen Zimmerdecken nicht gesehen. Natuerlich haben sie uns besucht als gerade eine Freundin hier war die wahnsinnige  Angst sogar schon vor kleinen Spinnen hat. Es wurden dann sieben an der Zahl in unterschiedlichen Groessen an verschiedenen Tagen, Hysterie ohne Grenzen.
Seitdem Kaeterchen Punky erwachsen ist muss ich nur auf ihn achten. Wenn er gespannt an die Decke starrt koennte irgendwo eine Tarantel unterwegs sein.

In den ersten Jahren meines Hierseins  besuchten mich noch jede Menge Baumfroesche.
Kein Wunder das Haus wurde oben auf die Zuckerfabrik gesetzt und hat ihnen wohl einiges an Spiel und Springflaeche weggenommen. Die Katzen haben dann ebenso dabei geholfen das dies aufhoerte. In der Nacht wachte ich oft von einem Aufklatschen auf und hoerte danach das Galoppieren der Katzen die die Froesche jagten. Nun haben die Froesche eingesehen das es sicherer ist auf den Baeumen zu bleiben.

Ein ganz schlimmes Uebel sind Termiten. Draussen in der Natur sind sie hilfreich indem sie u.a. abgestorbenes Holz verarbeiten. Dabei belassen sie es  aber nicht. Regelmaessig zu Beginn der Regenzeit muss man wie ein Luchs aufpassen. Sie wollen auch viel lieber im Trockenen sein und finden jeden Weg ins Haus. Ohne chemische Keule, die ich auch ohne Zoegern einsetze, geht es nicht.
Dieses kleine hinterhaeltige Insekt ist in  Windeseile von hinten oder unten, natuerlich so das man es nicht sieht, in Moebel oder sonstiges eingedrungen. Wenn man es dann bemerkt ist oft der Schaden schon gross. Von vielem musste ich mich bereits trennen und sogar vor meinem  Jugenstil Eichenschrank haben sie nicht Halt gemacht. Mit viel Glueck habe ich es noch frueh genug gemerkt bevor sie sich nach vorne durchgefressen hatten.
In einem Seitenteil des Schrankes bewahre ich meine alten Langspielplatten auf  und die mochten sie besonders gerne. Stoffe und Papier werden zuerst verarbeitet, danach geht es ans Holz.

Termitennest am Stamm
Sie hatten begonnen solch ein Nest in meinem Schrank zu bauen und nutzten dafuer das Papier der LP`s und anderes aus dem Schrank. Ich haette schreien koennen. Keiner hatte mich davor gewarnt. Dabei braucht man nur die Rueckseite aller Moebel mit Altoel zu bestreichen um das Holz ungeniesbar fuer sie zu machen.
Vor kurzem sind sie von unten durch den Dielenboden in meine fast antike Couch eingedrungen. Den dafuer gebauten Tunnel, ihre Strasse, habe ich aber frueh genug gesehen.

Gerade aber diese Termiten sind es die alljaehrlich fuer ein Naturschauspiel verantwortlich sind. Wenn die Regenzeit mit heftigen Schauern beginnt fliegen ploetzlich Millionen von Termiten mit Fluegeln im Regen durch die Luft. Dabei werfen sie ihre Fluegel ab und die Erde ist mit rosa Fluegelchen uebersaet und es sieht aus als haette es geschneit. So werden aus den sogenannten Rain flies die gefuerchteten Termiten.

Draussen in der Natur gibt es natuerlich noch viel mehr Tiere an die man sich erst gewoehnen muss. Hier auf der Farm werden wir so mansches mal von der Wuergeschlange - Boa constrictor- besucht.
Boa im Huehnerstall
Diese geht natuerlich nicht ohne sich im Huehnerhaus bedient zu haben. Das sorgt jedes mal fuer grosse Aufregung. Wir wollen keine Tiere toeten und deshalb muss jemand kommen der das Biest  abholt. Leider kann sie nicht hier bleiben, denn bei entsprechender Koerpergroesse kann sie auch kleine Ziegen verspeisen.


Neben Tieren, Insekten und anderem Viehzeug gibt es noch so mansch anderes Unangenehmes  mit dem man in den Tropen leben muss.
Fuer mich ist es besonders schlimm keine schoen duftende Waesche mehr zu haben. An der Luft getrocknet riecht sie zwar sehr gut, wird  sie aber in den Schrank geraeumt kommt sie uebel riechend wieder heraus und das schon nach kurzer Zeit. Ich glaube das ist der Grund weswegen man hier kaum geschlossenen Schraenke kennt.
Beziehe ich mein Bett mit Waesche die gerade von der Leine kommt habe ich nur eine Nacht Freude daran. Die hohe Luftfeuchtigkeit sorgt schnell wieder fuer den ueblen Geruch. Ich kann mich nicht mehr erinnern wann ich zuletzt in nicht klammer Bettwaesche geschlafen habe.
Meine Bekleidung haenge oder lege ich aus diesem Grund nicht mehr in den Kleiderschrank. Ein offenes Kleiderregal waer wohl besser.

Sitzmoebel und anderes gehen aus dem Leim. Fast alle meine Stuehle, die schoenen alten, verlieren aufgesetzte Holzteile und zerfallen danach in Einzelteile. Die anderen Holzmoebel bekommen stumpfe und rauhe Oberflaechen und werden unansehnlich.
Meine Kuechenschraenke zerbroeseln und von den anderen Teilen aus Press-Span will ich garnicht reden.

Glasflaschen werden weiss von innen und unansehnlich, nur Kristallglas bleibt schoen.
Metalle rosten  schnell.  Meine  Messinglampen und anderes sehen aus wie Schrott vom Spermuell.

Auf der Haut in Koerperfalten wachsen, weil man soviel schwitzt, Pilze die unangenehm jucken. Staendig muss man sich mit irgenwelchen Mitteln einreiben die die Pilze abtoeten.

Fast alle  Esswaren vor allem Zucker muss man im Kuehlschrank aufbewahren. Deshalb werden hier viele riesige Kuelschraenke gekauft Nicht nur wegen vieler kalter Getraenke.
Ameisen kommen genau wie  Termiten ueberall hin. Es gibt sie in allen Groessen und Farben.
Nur nicht das Butterbrot oder den suessen Tee auf der Anrichte vergessen !

Topfpflanzen hat man auch nicht im Haus da in den Untertellern oder Uberteopfen worin sich Wasser sammelt oder in Blumenvasen  Mosquitos brueten koennen. Nun kann man sich vorstellen warum hier so viele Plastikblumen und Pflanzen angeboten werden.
Das ist doch traurig gerade hier wuerde so vieles gut wachsen und gedeihen.

Ich bin der festen Ueberzeugung das wir Menschen in diesem Teil der Erde nur geduldet sind. Verlaesst man fuer einige Zeit  sein Haus und Land nimmt die Natur sich alles schnellstens zurueck.
Da kann ich nur noch sagen.....


                                             Hurra wir leben im Paradies !!!







     





                                                                     

Kommentare:

  1. hola meine liebe,

    du hast mir mit diesem artikel aus der seele gesprochen!!!!!

    heisse und feuchte grüsse aus paraguay,
    die netti

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  2. Hi meine Liebe, also deine Fotos und Berichte sind echt der Hammer! Da kann ich wohl eher nicht mithalten! Auf deine Insel würde ich schon mal kommen und staunen. Liebe Grüße aus dem verschneiten Saalekreis
    Bärbel

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  3. hallo goatlady,
    dein bericht und bilder wecken erinnerungen an meiner allerersten heimat; paraguay!
    danke fürs zeigen und erzählen!
    herzliche grüße aus canada
    ela

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  4. Hallo goatlady,
    da bewundere ich Dich, wie Du das alles schaffst und den Alltag bewältigst. Ich werde wohl dort nicht hinkommen, aber es sieht wirklich wie Paradies aus. Doch auch als Touri sollte man sich vorher mal schlau machen, was so alles hinter der Fassade passiert.
    Bleibe weiterhin mutig und tapfer,
    lieben Gruß
    margit

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