Goatfarm Tobago

Goatfarm Tobago
Ziegen im Freilauf

Mittwoch, 26. Oktober 2011

Von Banken, Behoerden und sonstigem Kram...

Wie Hund und Katz sagt man. Muddy und Luna mit Kater Sascha
Schon immer war ich die Person die sich waehrend unserer Ehe und auch vorher mit solchen Sachen befassen musste. Rechnungen bezahlen, Formulare ausfuellen, Buch ueber Einnahmen / Ausgaben fuehren und vieles mehr. Dazu faellt mir der Spruch ein. Wenn man vieles kann muss man auch viel tun.

Es gibt Menschen die stellen sich einfach dumm an und sind  damit fein raus. Lassen andere  machen und druecken damit dem Partner alles aufs Auge. Zu diesem Typ Mensch gehoere ich nicht. Boeswillig behauptete der Lebenspartner damals, wenn es darueber einmal zur Diskussionen kam, du reisst ja alles an dich!

Was soll man aber machen wenn das gesamte dokumentierte Leben in braunen oder gelben Umschlaegen sein Dasein fristet. Sich kein Bankauszug in einem Hefter, die Geburtsurkunden oder andere wichtige Unterlagen zwischen Prospekten und sonstigem unnuetzem Kram zu finden sind. Oder eventuell auch nicht ? Wo ist denn dieses oder jenes ?
Da bringe ich dann Ordnung in das kaotische System. Dazu gehoert das man auch schon einmal ein Wochenende damit verbringt seine Unterlagen zu ordnen, wenn der berufliche Alltag und der eigene Schweinehund es nicht zulassen das man es regelmaessig macht. In Deutschland kam ich ganz gut mit allem klar. Habe mich mit so manscher Behoerde auseinander gesetzt um zu erreichen was machbar war. Jeder kennt die Spielchen mit dem Finanzamt oder der Kindergeldkasse.
Hier in Tobago laeuft vieles ganz anders. Ich habe das alles erfahren und erlernen muessen. Dabei so mansch graues Haar gefunden wenn ich sie mir gerauft habe. Ich hatte ja leider keinen einheimischen Beistand mehr und habe blutig gelernt.
Fangen wir mal mit den Banken an. Die unmoeglichen Offnungszeiten, sie schliessen bereits gegen 2.00 Uhr mittags, zeigen das alle Tobagonier ihre Bankgeschaefte waehrend der Arbeitszeit erledigen muessen. Ausser an einem Freitag, da oeffnen die Schalter noch einmal von 3.00 bis 5.00 Uhr. Ich selbst habe mir aus diesem Grund eine Bank in einer Einkaufspassage, genannt Mall, gesucht. Die schliessen erst um 5.00 am Nachmittag.
Trotzdem darf man stundenlang in langen Schlangen stehen wenn man etwas aussergewoehnliches will. Aussergewohnlich sind schon ganz normale Sachen wie z.B Geld auf ein anderes Konto ueberweisen. Das geht einfach nicht. Nicht zu glauben es gibt keine Ueberweisungen. Diesen Quatsch haben sie sich sicher von den Amerikanern abgeguckt. Wie die Sache mit den Lockenwicklern.   http://orangehillnatureranch-goatlady.blogspot.com/2011/09/etwas-ueber-mode-und-andere-dinge-oder.html  
Mikel kommt hinzu.


Will man jemandem Geld zukommen lassen muss man zu seiner Bank gehen und es auf dessen Konto einzahlen. Oder einen Scheck schicken. Ein gesendeter Scheck ist aber auch bei der Post nicht sicher. Es ist mir schon passiert das sie verloren gegangen sind. Im Normalfall kann niemand damit etwas anfangen weil sie auf einen bestimmten Namen ausgestellt sind. Aber was ist schon normal hier ?
Um einer Bekannten 130 TT Dollar ( ca. 16 Euro ) zukommen zu lassen habe ich  eine Stunde in der Warteschlange gestanden vorher einen Parkplatz gesucht. Zeitausfall fuer mich mindestens 2 Stunden.

Nun sind wir hier ja fortschrittlich. Man ermoeglicht uns doch tatsaechlich -online banking-. Auf meine Frage warum ich dies nicht online machen koenne erwiederte die "Bankfachfrau" : nein das ginge nicht, ich haette ja somit Zugriff auf ein anderes Konto. Ich kann es nicht fassen !!!
-Online banking- fuer welchen Geldtransfer  ? Meine Bank, eine kanadische, hat sich diesem Schlendrian auch angepasst. Wie bei allen anderen Banken muss man sich online sogenannte "payees" einrichten. Das koennen aber nur die von der Bank festgelegten Kunden sein.  Die Telefongesellschaft, der Wasser und Stromlieferant, die Kabelfernsehgesellschaft und noch einige wenige mehr. Das war es dann, ein echter Gewinn.
Brauche ich doch nicht mehr bei den entsprechenden Stellen, wo ich Rechnungen bezahlen muss, in der Reihe anzustehen.
Sie trauen ihren eigenen Leuten nicht. Glauben nicht das irgendwer einen Ueberweisungstraeger oder eine Onlinebuchung richtig ausfuehren kann. Ja, die richtige Kontonummer eingeben, Bankleitzahlen gibt es hier nicht, ist auch schwer. Fazit, es wird wohl etwas daran sein, wenn die eigenen Brueder und Schwestern fuer zu bloed gehalten werden solche Arbeiten auszufuehren.
                                                                   Habe ich jetzt zu dick aufgetragen, Leute lasst mich am Leben.
Die langen Warteschlangen in der Bank entstehen uebrigens weil noch die 3-6 fache Buchfuehrung durchgefuehrt wird. Alles mehrmals von Hand in Listen eingetragen und zusaetzlich in den Computer eingegeben werden muss.
Keiner der Kunden kann irgendein Formular alleine ausfuellen. Sie werden auch nicht angehalten es zu lernen. Formulare werden nicht ausgelegt. Loehne und anderes Geld muessen ueberwiegend noch bar an Angestellte und Arbeiter ausgezahlt werden. Sogar der Government schickt noch Schecks an seine Rentner oder sonstige Beguenstigte.  Kein Wunder es gibt ja keine Ueberweisungen.
All dies  muss unausweichlich zu Staus in Banken fuehren. Gott sei Dank kann ich meine Schecks oder Ein und Auszahlungen auf mein Konto  per Automat durchfuehren. Somit sieht mich meine Bank nur wenn ich neue Scheckbuecher brauche und das ist auch gut so.
Die Banken halten sich fuer Goetter und machen den Menschen das Leben schwer. Um ein Konto zu eroeffnen braucht man zwei Ausweise und Rechnungen von payees wo die eigene Adresse zu lesen ist. Auch wenn man ihnen Geld bringt und nichts von ihnen haben will machen sie keine Ausnahme. Es koennte ja ein Geldwaescher sein der Geld auf  Konten verteilen will. Gute Nacht Marie !!!!

Jetzt zu den produktivsten aller Institutionen. Die Governmentbehoerden. Das muss man sich angeschaut haben. Es waere auch fuer Touris interessant die ueber ( deutsche ) Behoerden maulen. Der Spruch: Von der Wiege bis zum Grabe, Formulare, Formulare, kann man auch auf hiesige Aemter anwenden. Mit dem Unterschied das viele in ihren Amtsstellen selbst nicht wissen was richtig ist.
Eventuell wird das Formular gefunden aber jemand der darueber Bescheid weiss ist gerade in einem Meeting oder heute nicht anwesend.
Eine andere Person liegt auf den Tisch gebeugt und schlaeft und eine weitere kaemmt sich gerade die Haare.

Dicke Tresen und schwarze Scheiben schuetzen die schwer arbeitenden Beamten vor den laestigen Kunden. Wenn man den Kunden nicht sehen will ist es ein leichtes ueber ihn hinweg zu schauen. Hat man endlich die Aufmerksamkeit einer Behoerdenfachperson errungen wird dies sofort wieder zunichte gemacht wenn eine/ein Bekannte/er vorbei schlendert und locker einen Spruch los laesst. Der so muehsam aufgebaute Blickkontakt mit dem Gegenueber geht sofort  verloren und laesst sich nur selten wieder herstellen.
Man selbst kann sich in kein Gespraech einklinken, schon mal in keines privater Natur oder  in einen Handyplausch, umgekehrt ist es aber eine der leichtesten Uebungen. Jeder Einheimische unterbricht jegliche Kommunikation und von Anstand und Zurueckhaltung haben sie noch nie etwas gehoert.
Kommt man zur Mittagszeit sind alle beim Lunch. Abwechselnde Lunchzeiten kennt man kaum. Telefondienst macht dann auch keiner. Es kann klingeln bis der Anrufer schwarz wird.
Jeder rennt zur entsprechenden Zeit und kauft sich sein Mittagessen. Nach dem Mittagstisch ist man dann auch nicht mehr in der Lage zu arbeiten. Wie auch, mit einem Bauch voll Staerkeprodukten und suessen Softdrinks.
In den Schulferien findet man in den Raeumen der Behoerden viele Kinder die ihren Elternteilen die arbeiten muessen wohl helfen. Wo sonst gibt es so etwas, oft laermende Kinder auf Arbeitsplaetzen. Ganz schoen nervig wenn man selbst nicht zu Wort kommt und unverrichteter Dinge wieder abzieht.

In manschen Behoerden findet man ueberhaupt niemanden vor. Die Mitarbeiter sind alle unterwegs, speziell im Agricultural Bereich sind alle immer im Feld. Komisch in meinem Feld hat sich noch nie ein solcher, sogenannter Extension Officer eingefunden. Was machen die denn alle ?
Moechte man fuer eine Dienstleistung zahlen, wie z.B in meinem Fall fuer Traktorarbeiten auf der Farm, gibt es einen komplizierten Weg das anzugehen. Bei der Traktorpool Stelle muss ich das Formular holen dabei meine Lizens als Farmer vorweisen. Die Arbeiten sind subventioniert da ist dies nomal. Es wird fuer mich ausgefuellt. Wie gesagt ich kann das nicht selbst als Tobagonier. Danach fahre ich zur weit enfernten Kasse und zahle die entsprechende Summe ein. Muss danach wieder zurueck zum Traktorpool und das Formblatt zurueck bringen. Nun heisst es warten, in diesem Jahr ganze 5 Monate. Ist das nicht ein famoser Service ?

Jetzt brauche ich nur noch andere Dienstleister  zu erwaehnen aber nicht alle im einzelnen. Schlechte Dienstleistungen ziehen sich durch viele Bereiche. Wie gesagt Ausnahmen bestaetigen auch hier die Regel. Kundenfreundlichkeit und Service sind die Ausnahme. Die Telefongesellschaft ist ist ein Abzockerverein. Sie verkaufen Leistungen die nicht erbracht werden. Reklamationen werden angehoert aber man tut nichts.Werbung hat nichts mit der Realitaet zu tun. Dafuer sind sie schnell dabei Telefonleitungen zu sperren fuer wenige ausstehende TT Dollar. Hier muss man wieder einen kennen der einen kennt, dann hat man Glueck.
Dies ist die Regel in Tobago , jeder kennt fast jeden oder ist mit jemendem verwandt der etwas zu sagen hat.
Wir Auslaender tun uns da schwer, wir sind nun mal mit keinem verbandelt wie auch immer und wenn, es wuerde uns nichts nuetzen.

Freitag, 30. September 2011

die Nerven liegen blank - es wird gebaut....

Gluecklich kann nur der sein der vieles, wenn nicht sogar alles, im handwerklichen Bereich selber machen kann.
Davon kann ich ein Lied singen. Ich wuerde sogar behaupten ich waere in der Zwischenzeit schon reich wenn ich nicht soviel Geld fuer idiotische Handwerker ausgegeben haette und immer noch ausgeben muss.
Damit meine ich Handwerker in allen Bereichen. Vom Automechaniker ueber Installateure und Haeuslebauer.

so installiert man keinen Wasserhahn
Gerade habe ich mal wieder fuer zwei  Laengen Plastikrohr zu verlegen mit einigen kleinen Winkeln und anderen Kleinteilen , einfach in das Rohr geklebt, mit zwei Wasserhaehnen versehen, fast einen halben Tausender Arbeitslohn hinlegen muessen.
Der Typ fand auch noch das er preiswert ist. Er hat aber hoechstens 3 Stunden gearbeitet und sich dabei auch noch von meinem Mitarbeiter helfen lassen. Der bekommt nur einhundertfuenfzig Dollar Tageslohn.

Bei Amazon hatte ich fuer viel Geld einen Gardena Gummischlauch erworben, ein wunderbares Teil mit zwanzig Jahren Garantie versehen. Leider gab es den Schlauch nur zwanzig Meter lang. Damit komme ich nicht in alle Ecken meiner Ziegenstaelle. Um nicht noch einmal mehr als Tausend Dollar fuer eine naechste Laenge bezahlen zu muessen, so dachte ich, wollte ich einfach dort wo er gebraucht wird Wasserhaehne installieren um Geld zu sparen. Prima Idee. Das Material kostete fast dreihundert Dollar. Die Wasserhaehne aus Metall sind noch nicht einmal dicht und das Rohr schlampig verlegt.

Diese Arbeitweise zieht sich durch alle Bereiche der Baukunst. Ich kenne viele Leute die fast einen Nervenzusammenbruch beim Bau  ihres Traumhauses erlitten haben.



Die abenteuerliche  Bauzeit  meines eigenen Hauses habe ich noch nicht vergessen. Damals war ich noch relativ unbedarft und habe mich nicht so aufgeregt wie heute. Ich hatte noch meinen Mann an meiner Seite und dachte der koennte alles regeln. Das dies auch falsch gedacht war habe ich schon in einem frueheren Bericht geschrieben.
In den spaeteren Jahren ging es eigentlich immer nur darum irgend etwas auf der Farm zu bauen. Zuerst kam der Bau der Bockanlage, dann die Erweiterung des Boxenbereichs fuer die Maedels und der Bau des Futter und Werkzeughause welches man abschliessen kann. Das dies unbedingt noetig ist schreibe ich in einem naechsten Absatz.
Die Haelfte der Ziegen war immer noch auf Betonboden in der alten Zuckerfabrik. Fuer ein vernunftiges Einstreu auf dem Beton hatte ich keine Helfer und auch keine Maschinen. Stroh gibt es hier auch nicht.
Untere Boxenanlage
War das eine Freude alle Ziegen nun in neuen Boxen unterbringen zu koennen. Die aufreibende Arbeit mit den Buildern war schnell vergessen.
Was ich wohl niemals vergessen werde war die  Ersterstellung der Bockanlage. Ein Freund hatte mir einen angeblich guten Schreiner empfohlen. Schnell wie ein Wiesel hat er mit nur einer Hilfe den Bockstand mit drei Boxen gebaut.
Genauso schnell war er aber auch beim Stehlen. Mir war aufgefallen das er unter dem Haus, damals war noch alles offen, herumlief und dabei einen Sack ueber der Schulter hatte. Ich glaubte  er hat sich umgezogen weil er mir so frech in das Gesicht schaute.
Ich konnte mir einfach nicht vorstellen das dieser Kerl mir alle meine Maschinen und anderes Werkzeug unter derNase wegklauen konnte und damit auch noch kackfrech an mir vorbeilief.
Ich habe es zwar schnell gemerkt und mein Freund hat ihn darauf angesprochen. Er hat natuerlich alles abgestritten. Das die Polizei hier sowieso nichts unternimmt ist uns allen klar.
Bockstand heute
Zum guten Schluss, das hat dann den Vogel abgeschossen, ist die komplette Vorderseite des neuen Boxenstandes heraus gefallen. Mein damaliger British Alpine Bock mit den riesen Hoernern hat das in nur  einer Nacht geschafft. Der ganze Stand musste wieder abgerissen werden und wurde spaeter von einem besseren Schreiner neu aufgebaut.
Futter und Werzeughaus mit Autoeinstellplatz
Das positive am Ganzen, ich habe in der  Zwischenzeit  dazu gelernt und kann nun gleich feststellen wenn Murx gemacht wird. Ebenso lernte ich viel ueber das Material Holz, in welchen Laengen und Staerken man es bekommen kann und einiges mehr.
Der Bau des Futterhauses war nun wieder etwas neues. Hier wurde gemauert. Ich habe gelernt das die Maurer/Putzer und Fliesenleger die am besten bezahlten Handwerker am Bau sind. Eigentlich wie in Deutschland nur sehr viel langsamer. Man kann arm werden und die Nerven verlieren wenn man ihnen zuschaut.

Es wird immer wieder gebaut und wie es dazu kommt im naechsten  Bericht.

Donnerstag, 29. September 2011

was ich an Tobago schoen finde....

Gibt es denn auch etwas "Gutes" zu berichten ?
Karibikkueste

Eine Freundin hat mich, nachdem sie meine Arikel im Blog las gefragt, ob ich denn auch etwas schoen finde in Tobago.
Man hat mir  auch schon boesartig an den Kopf geworfen : "warum bist du ueberhaupt hier" !
Dazu muss ich erst einmal etwas zurecht biegen. Meine ganz persoenlichen Erfahrungen und  Erlebnisse hier in Tobago, die  nicht immer gut waren, haetten mir sicher  auch in einem anderen Teil der Welt wiederfahren koennen. Ich habe grosses Talent mir die falschen Maenner auszusuchen, was mein Lebenslauf, wuerdet ihr ihn ihn kennen, ganz klar aufzeigt.
Gott sei Dank bin ich mit diesem Talent nicht alleine auf der Welt. Sehr viele Menschen insbesondere Frauen gelangen immer wieder an den gleichen Typ "Partner/in" egal wie weit sie auch reisen.
Dazu will ich mich aber nicht weiter auslassen. Ein Psychologe oder sonstiger Berater koennte sicher einiges dazu sagen. Ich persoenlich halte  nicht sehr viel von solchen und glaube das es nur wenige gute gibt.

Zurueck zum eigentlichen Thema. Sicher wird dieser Artikel nicht sehr lang, ganz bestimmt sogar nicht.
Man muss einfach Tobago in zwei Richtungen betrachten. Tobago als Urlaubsziel und Teilaufenthaltsland oder Tobago als Daueraufenthaltsland.
Fuer letzteres muss man einfach alt genug sein und auch ueber ausreichend Geld verfuegen, damit  man  dem Inseltrott oefter entfliehen kann. Sollte man einen speziellen Wunsch haben muss einfach genug Geld vorhanden sein sich diesen ausserhalb der Tobagogrenzen zu erfuellen. Alt genug war ich zwar aber mit dem Geldfluss hat es gehapert.
Natuerlich war nicht geplant das ich auf dieser kleinen Insel alleine um meine Existenz kaempfen muss.
Dies ist  ein wichtiger Tipp fuer alle Auswanderungswillige. Ich empfehle niemanden  in ein Land auszuwandern wo sich keine Familienangehoerigen befinden. Am besten ist der Lebenspartner kommt aus dem entsprechenden Land, nicht nur dort geboren sondern auch dort aufgewachsen.  Das war zwar bei mir der Fall, hat mir aber nicht sehr geholfen weil ich schon nach nicht ganz zwei Jahren alleine gelassen wurde.

Zur Urlaubsinsel Tobago muss ich hier nicht viel schreiben. An dieser Stelle einen Link von einer guten informativen Seite im Netz was Urlaub in Tobago anbelangt               www.mytobago.info/

Baumfrosch im Griff der Schubkarre
Ein wichtiger Grund warum ich gerade hier bin und nicht in meinem Heimatland ist der Umstand das ich das machen kann was ich will. In Deutschland koennte ich niemals eine Molkerei so betreiben wie ich es hier tue. Die Behoerden haetten mir den Laden schon dicht gemacht. Er waere erst garnicht eroeffnet worden. Wer kann sich in Europa schon erlauben eine Kaeserei einzurichten. Davon kann jeder ein Lied singen der sich in diesem Bereich selbstaendig machen will. Gesetze und Regeln machen einen solchen Betriebsstart zu teuer. Somit hat dieser Law Less Country auch mal etwas gutes vorzuweisen.



Natuerlich ist Tobago eine wunderschoene Insel mit traumhaften Straenden, wundervoller Flora Und Fauna, wenn die Menschen sie so belassen wuerden. Aber das ist ein anderes Thema, dazu komme ich spaeter. Eine Urlaubsinsel die viele Wuensche erfuellen kann. Viel Sonnenschein, immer um die 30 Grad plus, ueppige gruene Natur mit aufregender Tierwelt ohne giftige Schlangen oder gefaehrliche Raubtiere. All diese Sachen sind in vielen Reisefuehrern und Reiseberichten auf vielen Web Pages beschrieben. Da muss ich nicht noch eine weitere Lobeshymne auf die Urlaubsinsel   singen. Ich schreibe ueber das wahre Leben auf einer kleinen Insel. Berichte schonungslos auch  Negatives und schreibe meine Sichtweise ueber Dinge und Geschehnisse. Auch wenn es nicht allen gefaellt.

Montag, 12. September 2011

etwas ueber Mode und andere Dinge oder Kleidernot fuer fuellige Frauen...

Nun wird es aber Zeit. Mehr als ein Monat ist vergangen seit meinem letzten Beitrag. Es ist viel passiert in der Zwischenzeit. Till hat schon einiges erzaehlt, eigentlich das Wichtigste.
Ich werde spaeter noch etwas ergaenzen. Zur Zeit werden aber noch Gespraeche zwischen den Parteien ueber die Anwaelte gefuehrt und ich moechte mit den "schoenen"  Wahrheiten niemanden unnoetig sauer machen.
Wer weiss, eventuell gibt es ja einen Uebersetzer fuer meine Geschichten.
Deshalb erst einmal zu einem Thema das mich hier In T&T ebenso beschaeftigt. Mich eigentlich richtig boese macht.
Jede Frau sagt sicher des oefteren in ihrem Leben " ich habe nichts anzuziehen". Maenner behaupten dann immer das dies nicht stimmt, denn die Schraenke sind meist voll. Bei mir sind die Schraenke auch voll. Voll von alten Sachen die ich vor 12 - 15 Jahren oder noch fueher  getragen habe. Es ist nun an der Zeit das ich mich davon trenne.
Die Wechseljahre haben auch mir einen ganz anderen Koerper beschert. Auf Einzelheiten gehe ich mal besser nicht ein.
Wie bereits vorher beschrieben laesst  meine Arbeit mit den Tieren und der Milch es nicht zu ,das ich mal verreisen kann. Man muss so weit wie zB nach Miami/ Florida um Angemessenes zu finden.

Ein Angebot an Bekleidung fuer Frauen meines Alters ist in Tobago ueberhaupt nicht vorhanden.
Uebergroessen genannt Plus size gibt es schon, in Groessen wie 2 bis zigmal xxxxxxx.
Richtig gut bepackte Frauen gibt es hier jede Menge. Mit riesen Bruesten, dicken Schenkeln und mit viel Speckrollen. Da brauche ich  mich meiner nicht zu schaemen. Leider, oder  Gott sei Dank habe ich nicht den Mut oder das Verlangen sie  oeffentlich zu praesentieren. Man kann ruhig versuchen sein Fett in 3 mal xxx Bekleidung zu zwaengen, vergeblich.
Alles ist den Frauen wie man so schoen sagt auf den Leib geschneidert. Man hat mir erklaert das dies nun in Mode sei.  Zur Hoelle mit der Mode, passen muss es und bequem sein.
Hat man dann mit viel Glueck mal ein Teil gefunden das nicht wie eine zweite Haut anliegt ist die Farbe, der Druck oder das Material so unmoeglich und man wuerde, wenn man es als hellhaeutige Person traegt, wie eine Vogelscheuche aussehen.. Hosen die ueber dem aufgeblaehten Bauch zu schliessen sind schlabbern  in der Pogegend um einen herum und beulen an den Oberschenkeln.
Dicke Frauen sind wohl auch immer gross. Will man eine groessere Groesse haben muss man unten ca. einen halben Meter abschneiden.
Ein ganz abenteuerliches Unterfangen ist es Unterwaesche zu kaufen. Viel Kunstoff ist angesagt. Scheinbar macht es den Frauen nichts aus wenn das Stoeffchen so schoen auf der Haut klebt. Oder die am unteren Hals, also auf dem Brustbein, dick aufgetragenen Puderschichten befinden sich auch auf den unteren Koerperteilen.
Buestenhalter gibt es nur in Industriegroessen. Da kann ich nicht mithalten. Ich habe es geschafft ganze zwei BH`s zu besitzen. Kleinere Groessen sind immer ausverkauft oder waren nie richtig vorhanden. Meist leuchten sie  in grellen Farben, sehr geschmackvoll fuer dunkle Haut. Wahrscheinlich bin ich zu konservativ, weil ich gerne jungfraeuliches Weiss in Baumwolle trage damit man es schoen heiss waschen kann.

Will man etwas fuer festlichere Gelegenheiten haben besteht schon eher die Moeglickeit fuendig zu werden. Fast alles ist mit Glimmer und Glitter besprueht oder schillert in vielen Farben. Ich wuerde so etwas noch nicht einmal zu einer Party anziehen.. Fuer viele tobagonische Frauen ist es normal tagsueber  Partykleidung zu tragen. Ich frage mich dann, was wird zu festlichen Gelegenheiten angezogen, wie sieht die Steigerung dazu aus ? Kuerzlich habe ich es mir ansehen koennen. Mit einer Freundin habe ich die Independentfeier des hiesigen Government besucht. Ich schreibe jetzt nur : Oh mein Gott, mehr besser nicht, falls es den oben erwaehnten Uebersetzer gibt.
Die beiden Inseln Trinidad und Tobago sind bekannt fuer ihre wunderschoenen Menschen. Nur wenige kleiden sich aber geschmackvoll.
Geradezu in Rage gerate ich beim Einkauf von Schuhen. Gibt es noch irgendwo auf der Welt ein Land  wo man fuer Frauen fast nur Plastikschuhe kaufen kann ? Nur Maenner finden eine Auswahl an Lederschuhen mit guten Innensohlen und das in allen  Groessen. Dies ist eine Diskriminierung der Frauen.
Den hiesigen Frauen scheint es nichts auszumachen. Viel zu oft sehe ich weibliche Fuesse in zu kleinen oder zu grossen Schuhen. Diese miesen Plastikschuhe bekommt man noch nicht einmal in seiner Groesse. Ist die entsprechend Groesse nicht vorhanden, nimmt die tobagonische Frau eben die naechst passende. Na wunderbar.

                                                                                  
In meiner Verzweiflung habe ich schon mehrmals Herrenschuhe gekauft, damit ich nicht barfuss gehen muss.

Diese Frisur tragen auch Maenner
Nur ganz kurz erwaehne ich die "Lockenwickler Ausgeh Frau". Wie schrecklich die amerikanische Sitte schwappte bis hier ueber den Ozean. Warum muss man lockiges Haar eigentlich noch lockenwicklern. Natuerlich um es glatt zu ziehen. Damit die Frisur schoen steif ist und wenn der Kopf bewegt wird  die Haare im Nacken wie ein Besen abstehen.
Fuer mich ist es heute noch schwierig Frauen die ich kenne immer und ueberall wieder zu erkennen. Die zu kleinen Zoepfchen geflochtenen Haare oder mit kuenstlichen Haarteilen aufgemotzten Frisuren veraendern das Aussehen einer Bekannten so sehr das ich glatt auf der Strasse, ohne sie zu erkennen, an ihr vorbei maschiere.
Von den vielen Peruecken die bei der Hitze hier getragen werden will ich garnicht erst reden.

Ein grosses Lob an dieser Stelle  meiner Freundin Paula die dazu steht krauses Haar zu haben und ihre Natuerlichkeit bewahrt hat.

diese Fingernaegel sind  noch kurz
Es wird viel Geld fuer das ( gute ) Aussehen ausgegeben. Tobago hat mehr Friseursalons und Fingernagelstudios als Esslokale und das will was heissen.

Freitag, 29. Juli 2011

von kulinarischen Genuessen in Tobago......

Dieses Thema liegt mir sehr am Herzen. Wenn man sein ganzes Berufsleben damit verbracht hat fuer andere Personen Menues zu planen, sie sogar zum Teil zubereitet hat , laesst einen das im Leben nicht mehr los.
Besonders aergerlich ist es wenn gute Freunde Angst haben fuer mich zu kochen. Weil sie denken sie werden kritisiert oder es koennte mir nicht schmecken.
Es stimmt das ich in kein Restaurant gehen kann ohne genau zu schauen was dort eventuell falsch gemacht wird.
Am schlimmsten aber ist wenn ich fuer ein Restaurantessen bezahlen muss. Jahrelanges kalkulieren von Menues und Bueffes laesst mich sofort erkennen wenn ein Gericht ueberteuert ist. Ich bin schon bereit fuer gute Qualitaet auch den entsprechenden Preis zu zahlen aber nicht  hier in Tobago wo das Preis Leistungsverhaeltnis nicht stimmt. Es wird nur ueber den Daumen kalkuliert und jeder haelt sich fuer den groessten Kochkuenstler.
Damit waeren wir schon bei dem Thema Selbstueberschaetzung worin die Tobagonier auf allen Gebieten  glaenzen.
Es beginnt damit das man den Kochuntericht in der Schule nicht einfach kochen nennt sondern "Culinary Art" und endet mit dem Glauben die beste Kueche der Welt zu haben .

In Tobago wird unwahrscheinlich viel warmes Essen gegessen das aber meist kalt ist bis man es auf dem Teller hat. Mit warm meine ich das, was wir als Mittagessen bezeichnen oder eventuell noch Abendessen. Man kennt nicht unser Fruehstueck mit frischen Broetchen & Brot, Kaffee oder Tee, sondern haut sich schon am fruehen Morgen das Essen fuer Lunch oder Dinner in den Magen. Mit viel Staerkeprodukten und allerlei Fleisch. Manschmal sind es Reste vom Vortag oder die gute Hausfrau/mann kocht schon morgens um vier. Das eine muss man ihnen lassen frueh aufstehen koennen sie.
Ich moechte an dieser Stelle ausdruecklich sagen das Folgendes meine ganz persoenliche Meinung ist und mich bestimmt so manscher Tobagonier gerne dafuer steinigen wuerde wenn sie wuessten was ich von ihrer Kocherei halte.
Ich rede hier von dem Essen welches in den Restaurants und den Strassenstaenden angeboten wird in denen der uebliche Lunch verkauft wird, fuer alle erschwinglich.
Die Kueche von T&T wird als abwechslungsreich beschrieben weil auf den Schwesterninseln eine bunt gemischte Bevoelkerung lebt. Trotzdem gibt es in allen, nennen wir sie mal Billigrestaurants,  das gleiche Angebot Tag fuer Tag, 5-6 Tage in der Woche. Das Schlimme ist es schmeckt auch fast ueberall gleich.

Es gibt nur drei Kategorien Restaurants auf der Insel.  Lunch Restaurants, Roti Shops und Fast Food Restaurants. Die Touristen Restaurants lasse ich aussen vor, dort wird international gekocht und das kann ich mir nur selten leisten. Die Lunch Restaurants sind oft  indisch oder chinesisch angehaucht.

Jetzt zu dem was so in den Toepfen bruzelt. Fleischgerichte, Schwein, Rind, Ziege, Lamm und Huhn sind auf der Karte. Schoen aber nicht gut, wegen der "Unart" der Zubereitung. Das Fleisch wird ausnahmslos gefroren ganz brutal in Wuerfel gehackt mit allen Knochen und das immer. Es gibt keine Fleischstuecke oder Braten, Koteletts oder sonstiges.
Wahlweise wird es geduenstet, geschmort oder gegrillt. Das nennt man dann Stew, Baked oder Barbecue Fleisch. Wobei das Barbecue Fleisch eigentlich nur Huhnstuecke sind mit dieser schrecklichen Sosse die nach Rauch schmeckt und aus der Flasche wie Ketchup kommt. Alle Fleischgerichte "Stews" sehen gleich dunkelbraun aus und werden stundenlang gegart oder mit dem  Dampfdrucktopf  maltraetiert.  Die Braeune erreichen sie in dem brauner Zucker  vor dem Fleisch in den Topf geworfen wird und verbrennt. Ist es ein eher westindisches Gericht wird auch noch Curry mit verbrannt, wie zB. bei der sogenannten Curry Goat.

Wenn man Pech hat, wie ich so oft, befinden sich auf dem Teller mehr Knochen als Fleisch weil sich durch die lange Garzeit das Fleisch loest und bei einem Gluecklicheren auf dem Teller landet. Die Sossen werden nicht gebunden, wenn man in die Toepfe schaut schwimmt dort eine dicke Fettschicht obenauf.

Fisch, meist Kingfisch, wird grundsaetzlich nur in Scheiben( Koteletts ) geschnitten sodass man immer einen Knochen mit Graeten auf dem Teller hat. Er wird grundsaetzlich zu lange gegart und ist immer hart und trocken. Schlimm genug das er oft auch aus der Friteuse kommt.

Die Menge an Beilagen speziell Staerkebeilagen, die angeboten werden ist erstaunlich. Leider alle nur langweilig in Wasser gekocht. Genug Sosse bekommt man auch nicht das man den eintoenigen Geschmack  von gekochten Bananen ( Fig ), Suesskartoffeln, Reis und Nudeln ueberdecken koennte. Nicht zu vergessen die beliebten Dumblings, mit Wasser verknetetes Mehl geformt und in Wasser gekocht. Richtige Blombenzieher.
Es gibt auch noch Kartoffelsalat mit viel Mayonaise und frische Salate zu dem es meist keine Salatsauce gibt. Wenn man Glueck hat steht irgenwo ein Tablett mit Plastikflaschen die ausser mit Ketchup und Hot Pepper eventuell auch mit einem Salatdressing gefuellt sind.
Gemuesebeilagen sind Linsen und rote Bohnen die meist schmecken als waeren sie aus der Dose.
Dies sieht lecker aus frisch und gruen.
Calaloo mit Kokosnuss und Knoblauch gekochte Dasheenblaetter koennten lecker sein wenn sie nicht so lange gekocht und meist duennfluessig auf dem Teller wegfliessen wuerden. Eigentlich ist Calaloo auch eine Suppe laut meinem Karibischen Kochbuch, in Tobago sieht man das anders.
Nun zu meinem Lieblingsgericht Makkaroni Auflauf, maccaroni pie genannt. Schlechtere Nudeln kann es kaum auf der Welt geben. Makkaroni sind auch die billigsten Nudeln im Regal im Supermarkt. Ein Volksnahrungsmittel hier in T&T. Matschig gekocht ohne Geschmack werden sie mit billigen Gummikaese vermischt und ueberbacken. Ei-Sahnemasse genannt Royal kennen sie hier nicht.

Sehr viel leckerer koennen die ostindischen kleinen Gerichte sein. Sie sind natuerlich im Laufe der Jahre westindisch veraendert und ein beliebtes Lunchessen geworden. Vor allem Roti, ein riesiger Teigfladen, wird mit verschiedenen Fleischsorten und Beilagen nach Wunsch gefuellt, zusammen geschlagen und in Papier gewickelt angeboten. Preiswert und meist gut, wenn der Teig schoen duenn ist.
Chicken Roti

Nachspeisen werden kaum gegessen. Ein trauriges Sortiment wird in den Baeckereien geboten. Das Brot kann man dem zu beissen und kauen gewohnten Deutschen nicht nahe bringen. Ganz schrecklich, ich muss seit Jahren mein Brot selber backen. Kuchenstueckchen sind alle trocken und bunt gefaerbt. Blaetterteigstuecke werden mit sogenanntem Shortening gemacht, liegen schwer im Magen weil der Teig mangels Butter das Blaettern vergisst. Die Baecker haben Angst gute Zutaten zu verwenden, denken das man ihnen nichts abkauft wenn die Ware zu teuer ist. In der Baeckerei muss alles billig sein. Ein guter deutscher Baecker wuerde schon sein Geld hier machen.

Ich koennte noch viel ueber hiesiges Essen schreiben. Mein teagliches Problem, was soll ich essen. Wenn ich etwas leckeres haben will muss ich es mir selbst machen. Meine Arbeit laesste aber nicht zu das ich viel Zeit mit kochen verschwende. Ein Traum von mir ist jemanden hier zu haben der fuer mich kocht und meine Wohnung in Ordnung haelt.
Diesen Beitrag habe ich in erster Linie fuer meinen Freund und ehemaligen Kuechenchef Dirk Posthoff, genannt Posti, geschrieben. Wir haben zusammen bei Eurest gearbeitet und so mansche Schlacht geschlagen.
Ich hoffe das er dies liest und mich ein wenig bedauert fuer das was ich mir hier essensmaessig antun muss.

Sonntag, 17. Juli 2011

die ersten Helfer trudeln ein.

Ganz alleine lebte ich auf dem Estate. Komischerweise hatte ich ueberhaupt keine Angst  hier oben so einsam zu sein. Dies hat sich in den letzten Jahren geaendert, aber dazu spaeter mehr.
Momotus momota
Eine himmliche Ruhe umgab mich. Nur unterbrochen von Vogelgezwitscher, morgens und abends das laute Geschrei der Cocricos. Ein Fasanenvogel den es nur auf Tobago und nicht in Trinidad gibt. Dem Rauschen des Regens manschmal so laut das man nichts anders mehr hoert, weil er auf das Galvanizedach prasselt. Dem Gequake der Froesche das  zum wahnsinnigen Krescendo anschwillt wenn es nach langer Trockenperiode wieder regnet. Dem Brunftgeschrei meiner Boecke die ihren Ladys antworten. Dem Kraehen der Haehne am Morgen die ich in zu grosser Zahl besitze weil ich sie nicht schlachten kann. Dem  Geschrei der Papageien die am Nachmittag ueber das Gelaende fliegen. All dies hat mich in den Jahren davon abgehalten mein Radio einzuschalten.
Hier ein kleines Beispiel meines Hoerprogrammes
www.youtube.com/watch?v=QR2JvK5nDkM
Genauso klingt es auch bei mir, sogar die Aussicht ist aehnlich.
 
Einsam war ich deshalb nie. Einige Freunde erklaerten mir das ich hier oben nicht alleine wohnen koennte. Aber ich konnte das.
Nur die viele Arbeit und keine Minute Zeit fuer mich das konnte und sollte so nicht sein.
Einige Versuche hatte ich schon gestartet mit einheimischen Helfern zu arbeiten. Es war schwer fuer mich jemanden zu finden der Staelle putzen wollte. Ich mache diese Arbeit gerne, es ist ueberhaupt nicht unangenehm Ziegenmist zu schaufeln.
Die Idee Helfer aus Europa zu finden die auf meiner Farm arbeiten sollten, als Gegenleistung fuer Kost und Logis, wurde geboren. Eine gute Idee,  leider funktioniert es nur sehr selten. Trotz allem Aerger brachte mir dieses Programm manschmal Hilfe ganz besonderer  Art. Lies mich nicht ganz an der Menschheit verzweifeln und dabei liebe Freunde finden.
Es passierte auch dramatisches, fast kriminelles und diese Geschichten werden bis heute immer mal wieder zur Sprache gebracht, weil man jetzt darueber lachen kann.
Da gab es die sehr junge Kaeserin die  an einem ihrer letzten Tage einen tobagonischen "Beach bum" im Cottage eingenistet hat. Ansonsten war sie eine grossartige Hilfe.
Das Lesbenpaar das zusammen einen bezahlten Job hier machte. Sich aber so sehr ueber die verregnete Regenzeit aufregte und mir das Leben zur Hoelle machte mit dem Genoergele. Bei jeder Kleinigkeit ein Meeting einberufen wollte, wobei ich  immer den Kuerzeren zog. Die beiden waren natuerlich doppelt stark in zweifacher Ausfertigung und wollten mich unterbuttern. Eine Freundin von mir musste zu den Besprechungen kommen, damit ich gleich stark war. Trotz allem trennten wir uns weil ich diesem Druck nicht mehr etragen konnte. Solch biestige Frauen waren mir bis dahin im Leben noch nicht begegnet.
Kommen wir zu dem ca. 45 Jahre alten Schweizer mit einem  weiblichen Vornamen. Der sich als Alkoholiker entpuppte. Meine Schwester drangsalierte weil sie ihm keine Milch geben wollte. Wir hatten nur ca. 5 Liter am Tag im Eimer. Nach einem Streit mit uns machte er einfach frei und liess sich voll laufen bei einem Tobago Fest. Mit Einheimischen fing er Streit an, spuckte Polizisten ins Gesicht und landete im Gefaengnis. Der musste auch gehen, obwohl seine Mutter hier anrief und fragte ob ich ihn nach dem Vorfall wieder aufnehmen wuerde.

Helfer bauen ein Hochbeet.
Schluss mit den schlimmen Geschichten. Spaeter fallen mir sicher noch einige ein.
Es gab auch ganz besondere Helfer mit denen ich zum Teil noch heute Kontakt habe. Liebe Menschen mit Einfuehlungsvermoegen.
Zwei davon sind mir in besonderer Erinnerung. Sozialarbeiter die mit aelteren behinderten Erwachsenen und mit behinderten Jugendlichen gearbeitet haben. Somit daran gewoehnt sich auf andere Menschen einzustellen und fuer vieles Verstaendnis haben. Es war ihnen nichts zuviel und wir haben gemeinsam alles angepackt. Die geleisteten Stunden spielten keine Rolle. Wenn an manschen Tagen mal etwas  laenger gearbeitet wurde gab ea auch  mal Tage an denen man frueher fertig war.
Zur selben Zeit traf das erste Fernsehteam ein und wir wollten doch die Milchkueche vorschriftsmaessig praesentieren.  Schnell wurden noch Waende und Boden gekachelt wofuer ich bis dato kein Geld hatte.
Nun gab es  richtige Einnahmen und der Supermarkt kaufte regelmaessig sodass ich mit einem monatlichen netten Scheck rechnen konnte.
Der gedrehte kleine Film wurde in einem lokalen Sender gesendet und machte mich auch in Trinidad bekannt. Leider habe ich es bis heute nicht geschafft meinen Betrieb so zu erweitern das ich auch Trinidad beliefern koennte.
Ein Hindernisgrund war und ist immer noch  die Person die zu Beginn meiner Zeit hier in Tobago eine Rolle spielte. Mein mir  noch angetreuter Ehemann natuerlich. Es kam immer mal wieder zu Zwischenfaellen wo er seine Brutaliteat zeigte. Ich hatte einfach Angst schon damals eine Scheidung anzustreben. Einmal von ihm geschieden waere ich kein Familienmitglied mehr. Ich haette somit keine legalen Rechte hier auf dem Estate zu sein. Man haette mich mit wenig Aufstand schnell vom Estate jagen koennen. T&T ist ein Land wo man zwar Gesetze kennt, sie aber nicht unbedingt einhalten muss. Ein sogenannter "Law less Country"

Samstag, 16. Juli 2011

mit kleinen Schritten gehts voran.....

mit ganz kleinen Schritten kann ich nur sagen ! Bei einem Kaesekurs auf der  hiesigen Government Farm Schule, zu dem ich im ersten Jahr unseres Hierseins eingeladen war,  hatten wir Feta Kaese von Kuhmilch gemacht. Die uebriggebliebene Kultur hat der Kursleiter mir geschenkt. Die ersten Versuche damit Feta zu machen hatte ich schon zu Restaurantzeiten gestartet. Es hat gleich geklappt obwohl Ziegenmilch etwas schwieriger zu verarbeiten ist als Kuhmilch.
Mein Mann war verschwunden und ich musste Geld machen. Die Kaeseproduktion lief an.
Aber an wen den Kaese verkaufen ? Auf einer Insel wo es nur einen gummiartigen  Kaese aus Neuseeland zu kaufen gibt. Der kommt in grossen Bloecken hier an und wird von den Einzelhaendlern in Stuecke geschnitten und billig verpackt  verkauft. Man findet ihn auf jeder Menuekarte der Insel getarnt als Macaroni Pie Auflage die sich so schoen lang zieht. Ganz schrecklich, aber die Tobagonier lieben das. Genau so wie sie ihre  Dumplings lieben, kleine Mehlkloeschen oder Wuerstchen in Wasser gekocht. Hart und zaeh, ist ja auch nur Mehl mit Wasser verknetet. So etwas sollte man mal auf einen deutschen Speiseplan setzen. Um die Ohren  gehauen wuerde man es bekommen. Aber von den T& T kulinarischen Genuessen werde ich spaeter berichten.
Zuerst musste ich eine gute Verpackung entwickeln dann ein Label entwerfen und zum guten Schluss den Supermarkbesitzer ueberzeugen das er mein Produkt auch kauft.
An Hotels und Restaurants den Feta zu verkaufen war etwas einfacher.  Ich brauchte die Stuecke nur in Plastikbeutel mit der Lake zu verpacken, fertig. Wobei es schwierig war Hotels zu finden die den Preis  fuer Ziegenmilch Feta zahlen wollten. Fast alle Hotels, zumindest die groesseren, bieten ihre Leistungen den Gaesten "All inclusive " an. Das habe ich dann auch zu hoeren bekommen. Produkt zu teuer usw. Den Einkaeufern der Hotels ist die Qualitaet der Ware, zumindest in diesem Bereich, egal. Der Gast muss mit Essen versorgt werden, reichlich und nicht unbedingt gut, da darf das Gekaufte nicht zu teuer sein. Trotzdem ist es mir gelungen Kunden zu finden. Kunden die auf Qualitaet wert legen und meinen Kaese nun schon seit mehr als 10 Jahren kaufen.
Mit dem groessten Supermarkt vor Ort war es dann aber schon schwieriger. Die erste Antwort war: ich habe keinen Platz, kommen sie spaeter wieder wir bauen um. Meine Antwort: "wo ein Wille da ist auch ein Weg", hat er mir uebel genommen. Einige  Traenen sind schon geflossen als ich auf dem Weg nach Hause war, mit dem Kaese wieder im Auto.
Aber zuerst musste ich mal eine Verpackungsmaschine finden die mir den Feta luftdicht verschweisste. Gar nicht so einfach. Die Maschinen die man vor Ort kaufen konnte waren zu gross und zu teuer. Wo etwas anderes preiswerteres finden ? Das Surfen im Internet brachte dann nach langem Suchen  Ergebnisse, ein semi kommerzielles Einschweissgeraet das auch Luft absaugte. Mit einem Freund zusammen, der ebenso im Lebensmittelbereich selbstaendig war, haben wir dann gleich vier Geraete bestellt.
Es war  etwas muehsam damit die Stuecke zu verpacken und ich habe jedesmal gestoehnt wenn ich eine Lieferung fertig machen musste. Die beiden primitiven Geraete haben ihre Pflicht erfuellt und so lange gehalten bis ich mir einen kleinen kommerziellen Vakumierer leisten konnte. Mit dem machte es dann Spass den Kaese zu verpacken. Bis heute funktioniert das schweizer Geraet einwandfrei, toi, toi, toi.. Ich wuensche mir ich koennte auch in anderen Bereichen auf europaeische Produkte zurueckgreifen. Auf den beiden Inseln gibt es viel minderwertige Ware zu kaufen und von einem guten Kundendienst oder sonstigem Service kann man nur traeumen.
Der alte Kuehler der soviel Geld frass links auf dem Bild.
In den ersten Jahren musste ich fast alle Einnahmen fuer Reparaturen der Kuehlschraenke ausgeben. Billige Kuehler aus zweiter Hand brauchten staendig neue  Kompressoren weil hiesige Spezialisten nicht in der Lage waren fachmaennisch zu arbeiten. Die unstabile Stromversorgung kostete Nerven.
Dazu kam das ich als Frau alleine, Auslaenderin  und auch noch weiss, von den hiesigen "Macho Maennern"  nicht fuer voll genommen wurde. Das hat sich im Laufe der Jahre drastisch verbessert und darauf bin ich stolz. So mansch einer hat am Tor nach dem Ehemann oder dem Boss gefragt und bekam von mir den Wind von vorne. Schnell wurde ich "The Lady with the Goats" und heute bin ich " The Cheese Lady "