Goatfarm Tobago

Goatfarm Tobago
Ziegen im Freilauf

Sonntag, 17. Juli 2011

die ersten Helfer trudeln ein.

Ganz alleine lebte ich auf dem Estate. Komischerweise hatte ich ueberhaupt keine Angst  hier oben so einsam zu sein. Dies hat sich in den letzten Jahren geaendert, aber dazu spaeter mehr.
Momotus momota
Eine himmliche Ruhe umgab mich. Nur unterbrochen von Vogelgezwitscher, morgens und abends das laute Geschrei der Cocricos. Ein Fasanenvogel den es nur auf Tobago und nicht in Trinidad gibt. Dem Rauschen des Regens manschmal so laut das man nichts anders mehr hoert, weil er auf das Galvanizedach prasselt. Dem Gequake der Froesche das  zum wahnsinnigen Krescendo anschwillt wenn es nach langer Trockenperiode wieder regnet. Dem Brunftgeschrei meiner Boecke die ihren Ladys antworten. Dem Kraehen der Haehne am Morgen die ich in zu grosser Zahl besitze weil ich sie nicht schlachten kann. Dem  Geschrei der Papageien die am Nachmittag ueber das Gelaende fliegen. All dies hat mich in den Jahren davon abgehalten mein Radio einzuschalten.
Hier ein kleines Beispiel meines Hoerprogrammes
www.youtube.com/watch?v=QR2JvK5nDkM
Genauso klingt es auch bei mir, sogar die Aussicht ist aehnlich.
 
Einsam war ich deshalb nie. Einige Freunde erklaerten mir das ich hier oben nicht alleine wohnen koennte. Aber ich konnte das.
Nur die viele Arbeit und keine Minute Zeit fuer mich das konnte und sollte so nicht sein.
Einige Versuche hatte ich schon gestartet mit einheimischen Helfern zu arbeiten. Es war schwer fuer mich jemanden zu finden der Staelle putzen wollte. Ich mache diese Arbeit gerne, es ist ueberhaupt nicht unangenehm Ziegenmist zu schaufeln.
Die Idee Helfer aus Europa zu finden die auf meiner Farm arbeiten sollten, als Gegenleistung fuer Kost und Logis, wurde geboren. Eine gute Idee,  leider funktioniert es nur sehr selten. Trotz allem Aerger brachte mir dieses Programm manschmal Hilfe ganz besonderer  Art. Lies mich nicht ganz an der Menschheit verzweifeln und dabei liebe Freunde finden.
Es passierte auch dramatisches, fast kriminelles und diese Geschichten werden bis heute immer mal wieder zur Sprache gebracht, weil man jetzt darueber lachen kann.
Da gab es die sehr junge Kaeserin die  an einem ihrer letzten Tage einen tobagonischen "Beach bum" im Cottage eingenistet hat. Ansonsten war sie eine grossartige Hilfe.
Das Lesbenpaar das zusammen einen bezahlten Job hier machte. Sich aber so sehr ueber die verregnete Regenzeit aufregte und mir das Leben zur Hoelle machte mit dem Genoergele. Bei jeder Kleinigkeit ein Meeting einberufen wollte, wobei ich  immer den Kuerzeren zog. Die beiden waren natuerlich doppelt stark in zweifacher Ausfertigung und wollten mich unterbuttern. Eine Freundin von mir musste zu den Besprechungen kommen, damit ich gleich stark war. Trotz allem trennten wir uns weil ich diesem Druck nicht mehr etragen konnte. Solch biestige Frauen waren mir bis dahin im Leben noch nicht begegnet.
Kommen wir zu dem ca. 45 Jahre alten Schweizer mit einem  weiblichen Vornamen. Der sich als Alkoholiker entpuppte. Meine Schwester drangsalierte weil sie ihm keine Milch geben wollte. Wir hatten nur ca. 5 Liter am Tag im Eimer. Nach einem Streit mit uns machte er einfach frei und liess sich voll laufen bei einem Tobago Fest. Mit Einheimischen fing er Streit an, spuckte Polizisten ins Gesicht und landete im Gefaengnis. Der musste auch gehen, obwohl seine Mutter hier anrief und fragte ob ich ihn nach dem Vorfall wieder aufnehmen wuerde.

Helfer bauen ein Hochbeet.
Schluss mit den schlimmen Geschichten. Spaeter fallen mir sicher noch einige ein.
Es gab auch ganz besondere Helfer mit denen ich zum Teil noch heute Kontakt habe. Liebe Menschen mit Einfuehlungsvermoegen.
Zwei davon sind mir in besonderer Erinnerung. Sozialarbeiter die mit aelteren behinderten Erwachsenen und mit behinderten Jugendlichen gearbeitet haben. Somit daran gewoehnt sich auf andere Menschen einzustellen und fuer vieles Verstaendnis haben. Es war ihnen nichts zuviel und wir haben gemeinsam alles angepackt. Die geleisteten Stunden spielten keine Rolle. Wenn an manschen Tagen mal etwas  laenger gearbeitet wurde gab ea auch  mal Tage an denen man frueher fertig war.
Zur selben Zeit traf das erste Fernsehteam ein und wir wollten doch die Milchkueche vorschriftsmaessig praesentieren.  Schnell wurden noch Waende und Boden gekachelt wofuer ich bis dato kein Geld hatte.
Nun gab es  richtige Einnahmen und der Supermarkt kaufte regelmaessig sodass ich mit einem monatlichen netten Scheck rechnen konnte.
Der gedrehte kleine Film wurde in einem lokalen Sender gesendet und machte mich auch in Trinidad bekannt. Leider habe ich es bis heute nicht geschafft meinen Betrieb so zu erweitern das ich auch Trinidad beliefern koennte.
Ein Hindernisgrund war und ist immer noch  die Person die zu Beginn meiner Zeit hier in Tobago eine Rolle spielte. Mein mir  noch angetreuter Ehemann natuerlich. Es kam immer mal wieder zu Zwischenfaellen wo er seine Brutaliteat zeigte. Ich hatte einfach Angst schon damals eine Scheidung anzustreben. Einmal von ihm geschieden waere ich kein Familienmitglied mehr. Ich haette somit keine legalen Rechte hier auf dem Estate zu sein. Man haette mich mit wenig Aufstand schnell vom Estate jagen koennen. T&T ist ein Land wo man zwar Gesetze kennt, sie aber nicht unbedingt einhalten muss. Ein sogenannter "Law less Country"

Samstag, 16. Juli 2011

mit kleinen Schritten gehts voran.....

mit ganz kleinen Schritten kann ich nur sagen ! Bei einem Kaesekurs auf der  hiesigen Government Farm Schule, zu dem ich im ersten Jahr unseres Hierseins eingeladen war,  hatten wir Feta Kaese von Kuhmilch gemacht. Die uebriggebliebene Kultur hat der Kursleiter mir geschenkt. Die ersten Versuche damit Feta zu machen hatte ich schon zu Restaurantzeiten gestartet. Es hat gleich geklappt obwohl Ziegenmilch etwas schwieriger zu verarbeiten ist als Kuhmilch.
Mein Mann war verschwunden und ich musste Geld machen. Die Kaeseproduktion lief an.
Aber an wen den Kaese verkaufen ? Auf einer Insel wo es nur einen gummiartigen  Kaese aus Neuseeland zu kaufen gibt. Der kommt in grossen Bloecken hier an und wird von den Einzelhaendlern in Stuecke geschnitten und billig verpackt  verkauft. Man findet ihn auf jeder Menuekarte der Insel getarnt als Macaroni Pie Auflage die sich so schoen lang zieht. Ganz schrecklich, aber die Tobagonier lieben das. Genau so wie sie ihre  Dumplings lieben, kleine Mehlkloeschen oder Wuerstchen in Wasser gekocht. Hart und zaeh, ist ja auch nur Mehl mit Wasser verknetet. So etwas sollte man mal auf einen deutschen Speiseplan setzen. Um die Ohren  gehauen wuerde man es bekommen. Aber von den T& T kulinarischen Genuessen werde ich spaeter berichten.
Zuerst musste ich eine gute Verpackung entwickeln dann ein Label entwerfen und zum guten Schluss den Supermarkbesitzer ueberzeugen das er mein Produkt auch kauft.
An Hotels und Restaurants den Feta zu verkaufen war etwas einfacher.  Ich brauchte die Stuecke nur in Plastikbeutel mit der Lake zu verpacken, fertig. Wobei es schwierig war Hotels zu finden die den Preis  fuer Ziegenmilch Feta zahlen wollten. Fast alle Hotels, zumindest die groesseren, bieten ihre Leistungen den Gaesten "All inclusive " an. Das habe ich dann auch zu hoeren bekommen. Produkt zu teuer usw. Den Einkaeufern der Hotels ist die Qualitaet der Ware, zumindest in diesem Bereich, egal. Der Gast muss mit Essen versorgt werden, reichlich und nicht unbedingt gut, da darf das Gekaufte nicht zu teuer sein. Trotzdem ist es mir gelungen Kunden zu finden. Kunden die auf Qualitaet wert legen und meinen Kaese nun schon seit mehr als 10 Jahren kaufen.
Mit dem groessten Supermarkt vor Ort war es dann aber schon schwieriger. Die erste Antwort war: ich habe keinen Platz, kommen sie spaeter wieder wir bauen um. Meine Antwort: "wo ein Wille da ist auch ein Weg", hat er mir uebel genommen. Einige  Traenen sind schon geflossen als ich auf dem Weg nach Hause war, mit dem Kaese wieder im Auto.
Aber zuerst musste ich mal eine Verpackungsmaschine finden die mir den Feta luftdicht verschweisste. Gar nicht so einfach. Die Maschinen die man vor Ort kaufen konnte waren zu gross und zu teuer. Wo etwas anderes preiswerteres finden ? Das Surfen im Internet brachte dann nach langem Suchen  Ergebnisse, ein semi kommerzielles Einschweissgeraet das auch Luft absaugte. Mit einem Freund zusammen, der ebenso im Lebensmittelbereich selbstaendig war, haben wir dann gleich vier Geraete bestellt.
Es war  etwas muehsam damit die Stuecke zu verpacken und ich habe jedesmal gestoehnt wenn ich eine Lieferung fertig machen musste. Die beiden primitiven Geraete haben ihre Pflicht erfuellt und so lange gehalten bis ich mir einen kleinen kommerziellen Vakumierer leisten konnte. Mit dem machte es dann Spass den Kaese zu verpacken. Bis heute funktioniert das schweizer Geraet einwandfrei, toi, toi, toi.. Ich wuensche mir ich koennte auch in anderen Bereichen auf europaeische Produkte zurueckgreifen. Auf den beiden Inseln gibt es viel minderwertige Ware zu kaufen und von einem guten Kundendienst oder sonstigem Service kann man nur traeumen.
Der alte Kuehler der soviel Geld frass links auf dem Bild.
In den ersten Jahren musste ich fast alle Einnahmen fuer Reparaturen der Kuehlschraenke ausgeben. Billige Kuehler aus zweiter Hand brauchten staendig neue  Kompressoren weil hiesige Spezialisten nicht in der Lage waren fachmaennisch zu arbeiten. Die unstabile Stromversorgung kostete Nerven.
Dazu kam das ich als Frau alleine, Auslaenderin  und auch noch weiss, von den hiesigen "Macho Maennern"  nicht fuer voll genommen wurde. Das hat sich im Laufe der Jahre drastisch verbessert und darauf bin ich stolz. So mansch einer hat am Tor nach dem Ehemann oder dem Boss gefragt und bekam von mir den Wind von vorne. Schnell wurde ich "The Lady with the Goats" und heute bin ich " The Cheese Lady "

Dienstag, 3. Mai 2011

oh Gott wie schaffe ich das alles.....

der feine Herr blieb verschwunden ich wusste zuerst noch nicht einmal wo er wohnte. Es war mir auch eigentlich egal. Viel hat er sowieso nicht geleistet. Nach einigen  Monaten war mir klar das es das Beste war was mir passieren konnte und ich ausgeglichener wurde.
Ich stellte mir fuer jede Arbeit meinen Kurzzeitwecker ein und arbeitete mit dieser Stopuhr.
Wenn es klingelte konnte ich natuerlich nicht aufhoeren sondern machte an anderer Stelle weiter.
Das schlimmste fuer mich war am Anfang die Ziegen zu melken.
                        Eine der wenigen Arbeiten die Trevor gemacht hat.
Ich hatte, als das erste Ziegenbaby kam, nur einmal einen Versuch zu melken gestartet und festgestellt das es mir gelang die Milch heraus zu bekommen. Gar nicht so einfach muss ich sagen!
Ada mit ihrer kleinen Adele ( leider beide schon tot )
Trotzdem habe ich nun beim Melken so mansche Traene vergossen. Nicht alle Ziegen sind einfach zu melken und speziell bei der immer prall gefuellten Ada brachte ich die Milch nur tropfenweise heraus.
Meine Finger waren monatelang angeschwollen und prall wie Wuerste.
Sehr schnell gelang es mir meine Arbeit in keurzerer Zeit zu bewaeltigen und mich besser zu organisieren. Zeit fuer mich selbst  hatte ich nicht uebrig und mein Arbeitstag war oft mehr als 12 Stunden lang.
Gott sei Dank hatte der grosse Supermarkt in Tobago schon damals abends lange geoeffnet und ich war in der Lage mir nach der Arbeit mein Essen zu besorgen.
Viel kaufen konnte ich sowieso nicht. Die mir gelassene Haelfte unseres Geldes auf dem Konto wollte ich nun nicht auch noch aufessen. Also lebte ich von den winzigen Einnahmen die meine Ziegen einbrachten.

Es blieb mir kaum Zeit etwas zu produzieren und wer sollte es auch kaufen.
Zwei Kunden hatte ich nur die meinen Feta Kaese kauften. Ab und zu habe ich Quark gemacht und ihn an Bekannte verkauft.
Joghurt war damals hier noch nicht bekannt und es gab nur eine Sorte von Pinehill Barbados in einem Supermarkt der meist an Auslaender verkaufte. Der Besitzer des Ladens hat auch abgelehnt ein Joghurt von mir anzubieten mit der Begruendung, er koenne  keine fremdes Joghurt verkaufen da er die Pinehill Vertretung haette.
Eine andere grosse Herausforderung kam nun noch dazu die mich kaum zur Ruhe kommen lies. Mein Mann der "Super Farmer" ( heute nennt er sich Farmer im Ruhestand  hier sagt man dazu "lol" ) hat es nicht geschafft in seiner kurzen Laufbahn als Ziegenbauer die Tiere vernuenftig zu organisieren. Ich war nicht der ausgebildete Landwirt !
Alle Ziegen waren gemeinsam  in einem grossen Laufstall der ehemaligen Zuckerfabrik untergebracht. Eine zuletzt dazu gekommene Ziege traf mit einem Boeckchen ein. Dieser lief nun mit den Damen im selben Laufstall herum. Das man, ein mehr als 3 Monate altes Boeckchen schon von den Maedels trennen muss, sollte ein Landwirt schon wissen.
Dieses Superboeckchen hat alle Damen geschwaengert. Nun kam zu meiner vielen Arbeit auch noch das Lammen der Ziegendamen dazu. Es wurden 51Jungtiere ( 49 haben ueberlebt )geboren und das innerhalb kuerzester Zeit.
Bei den Geburten der ersten Zicklein hier auf der Farm hatte ich nur zugesehen. Nun war ich auch noch Geburtshelfer. Nicht jede Ziege kann es ganz alleine schaffen.
Dazu kam das ich nicht wusste wann der Bocksprung war und oft  Geburten im Feld stattgefunden haben.

So mansche Mutter kam mit leerem Bauch nachhause und ich musste die Babys suchen oder ich musste Mutter mit Kind (ern) suchen. Ich war nicht in der Lage die hochschwangeren Ziegen im Stall zu lassen bis sie abgelammt hatten. Sie mussten sich draussen ihr Futter suchen. Wie sollte ich auch noch Rauhfutter besorgen fuer meine eingepferchten Ziegen.
Wohin nun mit dem ganzen Nachwuchs, wir platzen aus allen Naehten. Es musste die Moeglichkeit geschaffen werden die Boeckchen von den Muettern und Schwestern spaetestens mit 3 Monaten zu trennen.

Zwischenzeitlich hatte sich mein Ehemann wieder auf der Farm im Cottage eingenistet. Er hatte kurzfristig in einem Haus gewohnt dessen Besitzer nur im Winter in Tobago wohnt und der kam nun zureuck..
                                    Welch ein Drama !
Nun musste ich auch noch das " Lotterleben" mit ansehen. Nur kurz dazu. Mit der damals 14 Jahre alten Michaela machte er sich gegen Mitternacht auf den Weg in die einschlaegigen Touristenkneipen.
Das ich dieses verantwortunglose Verhalten, neben anderen Dummheiten, nicht ignorieren konnte muesste jedem klar sein der mich kennt. Obwohl mir dieses Kind so ziemlich gleichgueltig war, wollte ich nun doch nicht das sie auf diese Weise ins Erwachsenenleben eingefuehrt wird.

Am schlimmsten wurde es fuer mich als er mit Tochter wieder ins Haupthaus mit mir zusammen zog. Zwar nur fuer kurze Zeit, wir hatten lange zuvor eine Buchung von Gaesten fuer das Cottage angenommen.  Ich konnte die Buchung nicht rueckgaengig machen weil ich das Geld brauchte.
Eine Begebenheit ist mir auch aus dieser Zeit in Erinnerung geblieben.  Der mir immer noch angetraute Ehemann kaufte seine eigenen Lebensmittel aber natuerlich nichts fuer mich. Trennte alles im Kuehlschrank und in den Schraenken nach "Deins und Meins"und wachte auch darueber.
Ich konnte mir keine teuere Trinkschokolade von Cadburys leisten und habe mir einmal eine Tasse gegoennt als er nicht zuhause war.
Das hat fuer ihn ausgereicht mich darauf anzusprechen und zu sagen : die Schokolade wird aber auch immer weniger, ich soll meine Finger davon lassen.
Diesen Mann hatte ich 3 Jahre lang in Deutschland ernaehrt und gekleidet, ebenso die Toechter. Dafuer gesorgt das er  in seine Heimat reisen  und den Umzug nach hier machen konnte und nun so etwas !

Noch heute ist er der Meinung das  ich fuer ihn sorgen muesste und will das vor Gericht durchbringen.
                                      Dazu komme ich spaeter im Verlauf der Geschichte.

Meine Zurechtweisungen in Sachen Barbesuche mit 14jaehriger Tochter und spaetere Zankereien haben ihn dann endlich dazu gebracht entgueltig von hier zu verschwinden.

Er hat mir doch tatsaechlich seine missratene und an  Barbesuche gewoehnte Tochter an Wochenenden hier sitzen lassen. Seine neue Freundin, eine in Tobago sehr bekannte , warum sie in Tobago bekannt ist brauche ich sicher nicht zu erwaehnen, aeltere Englaenderin hatte ihn voll im Griff.

Er verbrachte die Wochenenden mit ihr und hat seine Tochter im Cottage abgestellt. Diese konnte natuerlich
die ploetzliche Abschiebung nicht verstehen und heulte tagelang weil er nicht nachhause kam.
Das brachte mich auf die Palme. Ich habe ihn irgenwann abgepasst und zusammen mit Freundin zurecht gestutzt und dabei kein Blatt vor den Mund genommen.
Natuerlich hat das der englischen Lady, Trevor hat sie spaeter mir gegenueber als "Princess" bezeichnet, nicht gepasst. Nun durfte er sich mit Tochter in ihrem Annex einnisten und war somit zum zweiten mal aber entgueltig verschwunden.

Fuer mich hiess es nur arbeiten, arbeiten arbeiten und wie baue ich mein Buisness auf damit ich auch Geld verdiene.
         

Freitag, 25. März 2011

ein Bericht aus einem Forum ueber das sterbende Paradies...

dies ist ein Bericht den ich vor ca einem Jahr in einem Forum geschrieben habe.


ja, was ist mit dem Paradies passiert ?

Zuerst einmal mit den Touristen hat es nichts zu tun. Natuerlich ist der Tourismus wichtig fuer unsere Insel, aber nicht lebensnotwendig.
Trinidad ist die grosse Schwesterninsel von Tobago und dort gibt es Oelvorkommen.
Also wird Tobago im Budged reichlich mit Dollars versehen, die aber natuerlich nie ausreichen. Dieser Klotz am Bein macht Trinidad sicher so mansches mal sauer.

Tourismus ist ganz gut und stoert mich auch nicht, da ich kaum etwas mit Touristen direkt zu tun habe. Weiterhin sorgt der Tourismus dafuer das nicht auch noch die letzten
Naturschoenheiten verschwinden.

Damit waere ich beim eigentlichen Problem.
Mich schockt es immer wieder was hier so mit der Umwelt und der Natur angestellt wird. In der Trockenzeit kann man es am besten sehen. Gott sei gedankt fuer die Regenzeit,
wenn das schnell wachsende Gruen alles verdeckt. Ganze Taeler werden mit Muell zugekippt.

Trotz kostenloser Muellabfuhr ( auch fuer Grossteile ) wird von fast allen Einheimischen der Muell einfach irgendwo abgeladen. Inklusive unerwuenschte Haustiere wie Hund und Katz
im Busch ausgesetzt und anderes Vieh tot einfach in den Busch geschmissen.

Vor 12 Jahren hatte ich den naechsten Nachbarn schoen weit weg und ich hatte sogar als mein Mann dann auszog ueberhaupt kein Problem hier oben alleine zu wohnen.
Das hat sich im Zuge der wachsenden Kriminalitaet auch gewandelt.

Von der Kriminaliteat moechte ich aber nicht sprechen, weil ich glaube das dies ueberall schlimmer geworden ist.

Mir machen ganz andere Sachen zu schaffen.
Das ich hier oben nicht alleine bleiben werde war mir schon vor 10 Jahren klar. Das die Erschliessung des Rest Estates aber so aussieht haette ich nicht gedacht.

Vor kurzem fuhr ich zu der Stelle wo ich in der Vergangenheit den Grossteil meines Futters fuer die Ziegen geschnitten habe.
Zwei schoene Taeler mit allerhand Baeumen( Mangos, Guaven usw. ) und Buschwerk.
Jetzt musste ich sehen das in kurzer Zeit zwei Riesen Bagger gewuetet und alles zu einer Wueste niedergemacht hatten. Kein Baum kein Strauch mehr !!!!!!
Nur noch Rundumsicht dafuer jetzt mit Meerblick.
Leider kam die Umweltbehoerde zu spaet die das ganze Projekt gestoppt hat.

Das ist nicht nur hier oben bei mir so. Auf den beiden Inseln werden solche Landerschliesungen meist in dieser Form durchgezogen. Erst einmal alles niedermachen
damit man soviel wie moeglich darauf bauen kann.
Die Kaeufer der Parzellen stellen sich dann riesige Haeuser hin von einem Garten keine Spur und Baeume werden schon mal gar nicht mehr gepflanzt. Wozu auch ?
Warum betonieren wir nicht die ganze Insel, Ueberschwemmungen gibt es ja sowieso schon genug.

Das ist das schwindende Paradies, Fluesse die staendig Wasser haben gibt es nicht mehr. Mal sehen wie lange der tropische Regenwald noch in dieser Form erhalten bleibt.
Autos haben hier alle gleich 2-3, Mutter, Vater und die Kinder. Auch wenn man damit nicht geschaeftlich unterwegs ist. Benzin ist ja soooo billig !!!!
Drogen regieren auch hier die Welt. Von den Kaeufern des besagten Landstriches sagt man das das Geld vom Drogenhandel stammt.

Genug fuer heute.....
noch immer verregnete Gruesse aus der Ferne ( wir sind ja froh das es wieder regnet, wir hatten eine extreme Trockenzeit wie nicht mehr seit 40 Jahren )


Josi

Dienstag, 22. März 2011

ueber Zerstoerungswut und andere Gemeinheiten...

Bevor er das Weite suchte muss er wohl festgestellt haben das seine neue Geldader nicht so schnell anzuzapfen war.
Bei meinem letzten Post wurde ich so  von altem Kummer ueberwaeltigt das ich ueber die schlimmsten Angriffe nicht schreiben konnte ohne zu weinen. Jetzt denke ich geht es.
Also, sein Geld kam nicht so schnell auf das neu eingerichtete Konto wie er dachte. Er wollte aber weg.
Junia mit Mikel auf der Vordertreppe
Aufgebracht wie er war, wegen meiner Aussage das wir nun von seinem Geld auf dem neuen Konto leben sollten, machte er das schlimmste was man sich vorstellen kann.
Auf der Vordertreppe ganz oben hatte ich einen riesen Holzstamm-Knueppelholz- liegen. Mein Hund Junia war dort einmal runtergefallen und brach sich ein Bein. Die Treppe hatte zwar ein Gelaender woran sich Hunde bekanntlich aber nicht festhalten koennen. Mit dem Knueppelholz hatte ich den Freiraum unter dem Gelaender abgesichert, damit sie nicht nochmal runterfallen konnte.
Mein wuetender  Ehemann der ueberhaupt keine Kontrolle ueber sich hatte nahm diesen Holstamm stuermte das Haus und schrie : -sag mir was ich zuerst kaputt schlagen soll-. Wohl wissend das ich meine antiken Moebel gerne habe und stolz bin sie zu besitzen.
Er hatte in seinem Leben schon viele Besitztuemer  die er aber immer wieder verkaufen nusste wenn er in eine finanzielle Notlage kam. Das war natuerlich oft der Fall in seiner Vergangenheit. Drogenkonsum von zwei Personen, seine verstorbene Frau und er selbst, kostet eine Menge Geld. Wenn man nicht arbeiten will, woher dann das Geld nehmen ?
Er zwang mich einen Scheck auszuschreiben ueber die Halfte unseres Bargeldes auf dem Konto. Heute muss ich sagen, bei all seiner Brutalitaet konnte ich froh sein das er mir die andere Haelfte des Geldes gelassen hat.
                                                                    Glueckliche Josi !!!!
Er hat in den ersten, nicht ganz zwei Jahren, unseres Hierseins sehr oft bewiesen wie brutal er sein kann und das er, wenn in Rage, keine Grenzen mehr kennt.
Ich kann auch wuetend werden, was sich aber nur in lautem Geschrei ausdrueckt und ich beruhige mich schnell wieder.
Auf die harte Tour habe ich gelernt das dies bei meinem Goettergatten nicht der Fall ist. Er kann einen ganzen Tag mit seiner Wut im Bauch Theater machen und steht am naechsten Morgen genau so wuetend wieder auf und es geht von vorne los.  Dabei sind waehrend dieser Zeit viele Sachen zu Bruch gegangen, natuerlich nur meine Sachen.
die zerstoerten Stuehle stehen immer noch in der Ecke.
Die Kuechenarbeitsplatte mit einem grossen Messer traktiert. Stuehle durch die Luft gefeuert das sie zerbrachen und vieles mehr.
Bezeichnend fuer diese Zeit ist das sich seine Wut immer nur gegen mich richtete. Seine missratene Tochter hat das sehr genossen. Sie konnte daneben stehen und unverschaemt grinsen wenn es mich traf.


Ein Erlebnis ist mir glasklar in Erinnerung. Michaela wollte ihre grosse Schwester in Trinidad besuchen. Diese hatte ihr eine Latzhose bei einem frueheren Besuch geschenkt. Sie war aber ca. einen halben Meter unten zu lang und auch sonst viel zu gross. Das sollte wohl modern sein. Wenn sie damit herumlief hatte sie nur Stoff unter den Fuesssen. Da die Hose nicht ihre Groesse hatte wollte ich sie nicht abschneiden und habe sie weggepackt damit sie sie spaeter tragen konnte.
Diese Hose sollte sie nun mit nach Trinidad bringen. Da meine damalige Familie sich nie richtig organisieren konnte hat sie mit ihren Vater in der letzten Minute ihre Sachen gepackt. Wo ist die Latzhose ?  Wir hatten noch immer Kartons unter dem Haus stehen und ich wusste wirklich nicht in welchem die Hose sich befand. Total ueberlastet wie ich war mit vielem um die Ohren, habe ich das genau das gesagt : ich weiss nicht wo die Hose ist und ich werde sie auch jetzt nicht suchen !
Na da ging es los. Wuetend hat er mich auf die Erde geschmissen und mit einem Holzstueck meinen Hals abgedrueckt. Wollte er mich wegen einer Latzhose umbringen ? Michaela stand daneben und hat gleichmuetig
die Szene mit verfolgt. Ob sie gegrinst hat konnte ich nicht sehen.
So ein Verhalten ist doch nicht normal. Jedes andere Kind haette geweint und gebettelt damit auf zu hoeren, denke ich zumindest.
Genau dieses Erlebnis war der Grund warum ich von da an nichts mehr mit dem Maedchen zu tun haben wollte.
Bis heute hat sich das nicht geaendert und ihr Verhalten mir gegenueber ist gelinde gesagt respektlos. Aber das ist eine andere Geschichte.
meine Kueche
Obiger Anschlag auf mich, ich blieb am Leben wie ihr sehen koennt, endete damit das er alle Kartons ausgeschuettet und alles durcheinander geschmissn hat um die bloede Hose zu finden. Michaela ist dann froehlich zu ihrer Schwester nach Trinidad geflogen. Mir blieb die Arbeit alle Sachen wieder zu verpacken und klar Schiff zu machen.





Naechste Folge : Oh Gott, wie schaffe ich das alles

Samstag, 5. März 2011

mit viel Druck von allen Seiten geht es weiter....

Es war eine Erleichterung fuer mich das die Zeit im Restaurant beendet war. Viel Geld habe ich nicht verloren aber auch nichts gewonnen.
Mein Erspartes war nun aufgebraucht. Jetzt war Geld verdienen angesagt. Das neue Haus, von meinem Geld gebaut, war noch nicht ganz fertig und die letzten Rechnungen  nicht gezahlt.
Das Einzige womit sich mein Mann waehrend dieser Zeit intensiv beschaeftigte war, Kaeufer fuer das Land um uns herum zu finden.
Als wir  1998 auf dem Estate eintrafen hatte es noch eine Groesse von 250 acre. Meinem Mann gehoerte ein Anteil von 10 % der Orange Hill Ranch LTD, die Besitzerin des Landes war. Also hatte er Anspruch auf  25 acre oder den Geldwert dieses Landes.
Vor ca 40 Jahren hat er fuer kurze Zeit auf der damaligen Holstein Kuhfarm des Estates den Manager gespielt. Aus dieser Zeit stammten auch seine angeblichen landwirtschaftlichen Kenntnisse.
Er war der festen Meinung das sich mit seinem, unserem Hiersein die Besitzverhaeltnisse klaeren und er seinen Anteil des Landes erhalten wuerde.
Die Familie und die anderen Anteilseigner hatten uns den Aufenthalt und die Nutzung des Cottages mit der Zuckerfabrik genehmigt.
Sie waren aber nicht bereit uns einen Pachtvertrag oder aehnliches zu geben, noch wollten sie meinem Mann sein Land ueberschreiben. Welches Stueck der 250 acre sollten es auch sein. Wir wohnten ja auf dem besten Stueck mit Strassenanschluss. Er solle sein Land kaufen wurde ihm gesagt.
                                Ich hatte noch nie gehoert das man  Eigentum kaufen muss.

Ohne Pachtvertrag oder Eigentumsurkunde eines bestimmten Stueck Landes kann man von keiner Bank Geld bekommen. Wie sollte eine Existenz gegruendet werden ? Wir waren in eine Sackgasse geraten.
Die staendigen Zankereien mit einigen Mitgliedern seiner  Familie nahmen schlimme Formen an.
Noch waehrend unserer Zeit im Restaurant musste ich mir die Streitgespraeche am Telefon, die sehr lautstark gefuehrt wurden, anhoeren. Die Gaeste haben sicher auch oefter mit gehoert.

Das neu gebaute Haus sollten wir abreissen  . Unsere Welt geriet aus den Fugen.
Kein Geld kam rein, die Familie machte Stress und wollte uns hier weg haben. Diesem Druck konnte mein Mann nicht standhalten. Er kann zwar selber sehr viel Druck ausueben aber wenn man ihn mit dem Ruecken an eine Wand stellt wird es gefaehrlich.          In diesem Falle fuer mich !!!!!!!

Ich war nicht mehr die ihn anhimmelnde Ehefrau, habe oefter meine Meinung gesagt und vieles in Frage gestellt.
Dazu noch gefordert das er seine Familie ernaehrt und auch sonst zuviel von ihm verlangt.
Eigentlich aber nichts was jeder andere Ehemann als sein Pflicht angesehen haette.
Geld kann er nur machen wenn er an/und verkaufen kann. Ich nenne das kungeln.
So hat er  Baeume faellen lassen und das Holz verkauft. Die Familie kam dahinter und es gab Krach.

Fuer ein Stueck Land uns gegenueber, hat er eine Anzahlung von 50.000 TT $ angenommen. Dazu war er aber nicht befugt. Von dem Geld haben wir einen Teil verbraucht, wir mussten ja leben.
Der Verkauf ging nicht ueber die Buehne und spaeter musste ich dann das Geld an den Herrn zurueck zahlen.

Gott sei Dank wurde ein anderes Stueck Land endlich verkauft und es war moeglich. Von den 10 % die er aus dem Erloes bekam konnten wir wieder einige Zeit leben.
                    Wieder einmal von etwas leben was eigentlich ein "Notgroschen" sein soll oder in eine Existenz investiert werden konnte.
                     Naja, dazu kam es sowieso nicht mehr.
Mein Mann hat sicherlich schon zu diesem Zeitpunkt, zumindest denke ich das heute, seinen Abgang geplant. Er wusste nur noch nicht wie er es bewerkstelligen sollte. Sein schlechtes Verhalten und die Schikane die er mir gegenueber an den Tag legte haben nicht ausgereicht mich zu verjagen.
Heimlich hat er sich ein Bankkonto eroeffnet, worauf die zukuenftigen Einahmen aus den Landverkaeufen oder aehnliches fliessen sollten. Natuerlich habe ich das per Zufall entdeckt und auf meine Frage warum er solche Heimlichkeiten hat, wurde alles abgestritten.
Fuer mich die sich bisher um alles gekuemmert hat, alle Geldangelegenheiten usw.erledigen musste war dies undenkbar.
Das dieses Verhalten oberfaul war und noch mehr folgen sollte lag auf der Hand.
Telefongespraeche mit seinem Bruder, der fuer Geldueberweisungen an ihn zustaendig war, wurden heimlich gefuehrt. Unser Haus ist aber sehr hellhoerig und bei merkwuerdigem Benehmen meiner Mitmenschen fahren meine Antennen ganz schnell aus.
Ich habe ihn dann aufgefordert nun in Zukunft alles zu zahlen da er ja ueber ein Bankkonto verfuegten wuerde auf dem mit Sicherheit auch Geld sein muesste, da die Bank ihm einen hohen Kreditrahmen eingeraeumt hatte.

Was danach passierte  kann man sich kaum vorstellen und ich will auch keine Einzelheiten berichten.

Denn obwohl so viele Jahre seitdem vergangen sind faellt es mir sehr schwer ueber soviel Brutalitaet zu schreiben.
Stundenlang bin ich mit dem Auto herum gefahren und hatte Angst nach Hause zu kommen. Angst das ich es nicht ueberleben wuerde.
Wie oft bin ich schon zuvor aus dem Haus gejagt ohne Schuhe die mit spitzen Steinen belegte Strasse  runter gerannt, auf der Suche nach einem Telefon. Die naechsten Nachbarn hatten aber keines. Wen ich anrufen sollte wusste ich sowieso nicht.
Unsere Nachbarn von der Pferdefarm mussten mir auch  helfen und  haben meinen Mann in`s Gewissen geredet. Es hat alles nichts genuetzt. Er wollte mich los sein und suchte einen Weg das zu erreichen.
             

                           Geld hatte ich nicht mehr und seines rollte nun an aus den Landverkaeufen. Wozu brauchte er noch so eine unbequeme  Frau die ihn nur zur Arbeit antreiben wollte.                            
Mit meiner Hartnaeckigkeit hat er nicht gerechnet. Mein Verantwortungsgefuehl haette es nie zugelassen das ich alles stehen und liegen  lasse und mich einfach davon mache. Es waren schon Tiere da die versorgt werden mussten und ich selbst hatte auch vieles zu verlieren.
Ich haette auch nicht wegrennen koennen, mein Geld haette notfalls fuer ein Ticket in die Heimat gereicht,                                                    aber was dann ?
Resultat, der feine Herr lies mich nun die ganze Arbeit alleine machen. Vorher hat er doch ab und an etwas getan. Fuer sich hat er eine Haengematte aufgehaengt und die taeglichen Fahrten zum Beach waren jetzt endlich moeglich.
Es dauerte nicht lange und ich wollte diese Sache klaeren. Auf die einfache Frage, freundlich gestellt wie er sich  das Zusammenleben vorstelle und ob er nun gar nichts mehr arbeiten wolle, griff er nach seinem Schluesselbund und sagte nur zu seiner reizenden Tochter.
                                         Let`s go Michaela...

und er verschwand.


Fortsetzung folgt......

Freitag, 11. Februar 2011

die erste Selbstaendigkeit, endlich Geld verdienen...

.

Schon in Deutschland hatten wir darueber gesprochen das ich auf keinen Fall wieder in einer Kueche arbeiten oder auch nur irgend etwas mit kochen fuer Gaeste zu tun haben wollte.
Mehr als 30 Jahre in der Betriebsverpflegung waren lange genug.
Mit ein Grund aus Deutschland auszuwandern war sicher auch, dem Stress dieser Arbeit zu entfliehen.
                                    Ein frommer Wunsch !!!!
Ebenso habe ich meinem Ehemann klar gemacht das es in seinem Heimatland auch seine Verantwortung ist die Familie zu ernaehren.        
                                   Ich habe immer meine Familie ernaehrt !
Dies hat er mir woertlich geantwortet und dieser Spruch hat sich in mein Gehirn gebrannt.
Eine glatte Luege. Viel spaeter habe ich erfahren das alle Frauen in seinem Leben fuer das "Geld machen" zustaendig waren. Er war immer nur ein Trittbrettfahrer. Fuer Aktivitaeten im Arbeitsbereich war er viel zu traege.  Beweglich wurde er nur wenn es um Aktivitaeten in der Freizeit ging.
                                 -  Let`s go to the Beach -
War in diesen Anfangsjahren sein  fast taeglicher Spruch. An einem Wochenende den Strand zu besuchen ist normal wenn man auf einer Insel lebt. Jeden morgen zu schwimmen wenn man  das Meer vor der Nase hat auch.
Aber taeglich an den Strand  fahren zu wollen wenn man eigentlich arbeiten muesste um Geld zu verdienen ist geradezu eine Frechheit. Wir waren nicht reich und vor allem noch keine Rentner.

Nachdem die Zeit der Vertretung im Hotel  zu Ende war ubernahmen wir das Restaurant des Hotels Coconut Inn. Die Besitzerin Rici hatte mir damit staendig in den Ohren gelegen. Sie wollte die "Gute Deutsche Kueche" in ihrem Hotel haben.
Aus reiner Verzweiflung, weil immer noch kein Einkommen da war,  habe ich letztendlich zugesagt.
                                          Da hatte ich wieder meinen Stress !!!!
Es gelang mir eine Speisenkarte zusammen zu stellen die karibisch angehaucht war die Zutaten aber ebenso auf einem deutschen Menueplan haetten stehen koennen.
Wer war nun wieder die Person die alles in die Wege geleitet hat.

                                          Dreimal darf man raten  !
Wer hat das Menue zusammen gestellt?  Wer die Speisenkarte  gestaltet und auf dem PC geschrieben.
Muehevoll Trevor die  englischen Woerter aus der Nase gezogen. Meine Englischkenntnisse hielten sich damals noch in Grenzen.
Sich um die Tischwaesche gekuemmert um dem Restaurant eine beondere Note zu geben.  Das passende Geschirr  ausgesucht es auch gekauft und bezahlt.
Wer hat  die Zutaten und Einkaufsliste geschrieben, letztendlich gekocht angerichtet und alles warm auf den Tisch gebracht. In der Nacht die Kueche aufgeraeumt und geputzt. Die Buchfuehrung am Computer gemacht  und und und.

Der gnaedige Herr war voll damit beschaeftigt und schnell ueberlastet Einkaufstueten zu tragen. Den Kellner zu spielen, Brotscheiben mit Kraeuterbutter und die Getraenke zu servieren. Rechnungen zu schreiben und Geld zu kassieren. Die Gaeste zu bequatschen ( einige fanden das gut ) mich dabei sehr oft in der Kueche zu vergessen. Ebenso andere Gaeste deren Essen kalt wurde, weil ich ihn weder mit guten Worten noch mit der Klingel von dem bequatschten Tisch wegholen konnte.
Mein Gott ging mir das an die Nerven. Noch nie in meinem Leben habe ich in einer meiner Kuechen in einem solch  schlechten Team gearbeitet. Geld fuer eine Kuechenhilfe konnten wir noch nicht aufbringen.

Kein Wunder das ich krank wurde. Wie eine Erkaeltung fing es an und hat sich zu einer Bellschen Parese entwickelt. Die linke Gesichtshaelfte wurde steif und hat sich nach oben gezogen. Ich sah aus wie ein Zombie.
Fuer mehrere Tage mussten wir schliessen und wir hatten keine Einnahmen.
Normalerweise sollte man sich sicher  laengere Zeit  erholen, aber nach wenigen Tagen stand ich wieder am Herd.
Nach noch nicht einmal einem  Jahr war der Spuk vorbei ! Das Hotel Coconut Inn lebte von deutschen Touristen die ueber TUI ins Land kamen. Im darauf folgenden Jahr hat TUI kurzerhand Tobago aus dem Reisekatalog geworfen und die Urlauberzahl ging rapide zurueck.

Das Restaurant hatte kaum  Besucher  weil es nicht sehr central gelegen war. Wir waren auf Hotelgaeste angewiesen.
In Tobago spielt sich das beste Restaurantgeschaeft um den Flughafen ab weil dort die meisten Gaestehaeuser sind. Hotels sind fast alle "All inclusive" und solche Urlauber besuchen nicht oft ein Restaurant.

In der Zwischenzeit hatte ich  einige Ziegen gekauft und wir hofften nach Aufgabe des Restaurants  mit denen etwas aufbauen zu keonnen.
Schon waehrend der Zeit im Restaurant kauften wir ab und an Milch von der Governmentfarm und ich habe Joghurt und Quark davon gemacht.  Wohl gemerkt wieder einmal ich !!!
Die Produkte habe ich an Hotelgaeste und die Hotelbesitzerin verkauft.

Unsere wenigen Ziegen wurden nicht heiss ( es war kein Bock dabei ) und somit auch nicht traechtig.
Es war klar  das  man von diesem  Geschaeft  noch nicht leben konnte.
Als die Ziegen dann endlich Nachwuchs brachten wollte keiner diesen haben und wir mussten die Jungtiere billig an Haendler abgeben.
Von der Milch konnte ich  nicht viel verarbeiten  weil ich keinen Absatzmarkt hatte. Sie landete erst einmal in der Gefriertruhe und wurde spaeter weg geschuettet.
Alles in allem eine frustrierende Situation. Die Spannungen in der  Beziehung verstaerkten sich und das Zusammenleben unertraeglich. Mir waren die Augen aufgegangen und mein so viel geliebter grosser Mann wurde immer kleiner.
Ich war einfach nicht mehr froehlich  und verlor  meinen Mut. Ich konnte  nicht mehr nett zu meinem Mann sein weil er mich schlecht behandelte. Ich war keine Ehefrau ich war nur das Arbeitstier und die missratene Tochter Michaela verschaerfte die Situation noch. Aber das habe ich bereits geschrieben.

So kam es wie es kommen musste, das traurige Ender der Beziehung war nahe.
Wie diese Ende sich gestaltete werde ich spaeter berichten, es wird sicher keine schoene Geschichte.


Bilder folgen.